Vom Gummifischhasser zum Gummifischliebhaber – Der Bann zum ersten Zander!

Dieses Jahr war ich das erste Mal seit 2008 etwas intensiver, mit dem Fokus auf die begehrten Raubfische, in den Niederlanden und Deutschland unterwegs.
Holland ist, wie die meisten wissen, für einen hervorragenden Raubfischbestand bekannt. Vorallem die Angelei auf Hecht ist in sämtlichen Kanälen und Flüssen Hollands sehr interessant zu verfolgen. 80cm+ Hechte sind dort keine Seltenheit.
Auch einen Matze Koch zieht es immer wieder nach NL, wo er vor allem in den kälteren Monaten auf Köderfische wie Makrelen und große Rotaugen seine 80+ Hechte fängt.
Ich jedoch wollte dieses Jahr vorallem einen Stachelritter überlisten, den Zander.
Hier mein Abschlussbericht zum Fluss Nederrijn, hinter der deutsch-holländischen Grenze bei Emmerich, und meinem Weg zum ersten Zander.

                                                (Quelle. Google Earth)

Bereits Anfang April besorgte ich mir einen Vispas nach sechsjähriger NL-Pause. Da das Osterfischen im Nationalpark de Biesbosch von Basti, Sven und mir genau in der Kunstködersperrzeit stattfand, haben wir dort lediglich auf Brassen, Alande und Co. feedern können.

Doch dann im Juli ging es richtig los. Mein persönlicher NL-Experte Markus zeigte mir einige Spots an der Maas, der Waal und vorallem am Nederrijn.

Unser zweites gemeinsames Nederrijnfischen überzeugte mich von dem Potenzial holländischer Gewässer.
In etwas mehr als 60 Minuten konnte Markus einen 45er Barsch, 88er Esox, 35er Zander und als viertes einen 40er Barsch in der genannten Reihenfolge ans Band bekommen.
Es handelte sich um ein und dieselbe Buhne. Markus fischte im Gegensatz zu mir am Prallhang und konnte diese Sternenstunde genießen.


An diesem Tag bekam ich nur einen guten Barsch ans Band, welcher mir wieder kurz vor dem Keschern ausschlitze. Mist!
Bis dato hatte ich keinen einzigen Fisch auf Gummifisch überlisten und sicher landen können.
Mein Ziel in 2014 war es meinen ersten Zander zum Anbiss zu überreden und sicher zu keschern.
Seit 8 Jahren wünscht sich meine Mutter einen von mir gefangenen Zander, welchen sie als Filet auf dem Mittagstisch in ihrem Gourmentdasein verspeisen kann.
Da ich als alter Ansitzangler an meinem klaren Hausgewässer kaum Chancen auf einen Zander mittels Köderfische hatte, hab ich mich Mitte des Jahres dazu entschlossen das Gummifischangeln als neue Liebe zu entdecken. Doch auch nach einigen Versuchen wollte es noch nicht ganz klappen.

Beim dritten Mal am Nederrijn war es soweit, ich konnte meinen ersten gelandeten Nederrijnfisch präsentieren.
Es war ein netter 60er Hecht. Auch wenn es noch nicht der heiß ersehnte Zetti war, hab ich den persönlichen Gummifischfluch besiegt.

Direkt ein paar Tage nach diesem ersten „Gummifischfisch“ machte ich mich auf den Weg an mein Hausgewässer, dem Eyller-See, und versuchte mittels Gummifisch und der Faulenzermethode ein paar Barsche zu überlisten. Und JAA! Es klappte. Innerhalb von zwei Angeltagen konnte ich jeweils einen netten Barsch überlisten. Der Bann schien gebrochen.


Sogar ein guter Ü70er Hecht knallte an meinem Hausgewässer auf einen „Gufi“.
Dieser schlitze leider auch kurz vor dem Ufer aus. Bissspuren hinterließ er dabei an meinem gelb-roten Gummifisch.

Wiederum ein paar Tage später fragte mich mein Freund Michi, ob wir es nicht auch mal am Rhein versuchen sollten auf Zander.
Zwei Tage vorher feierte ich nämlich mit Michi und dem erfahren Angler Domenic Michis Geburtstag.
Dort befragte ich verzweifelt Domenic, welche Fehler ich bis hierhin wohl machte.
Er erkannte keine großartigen Fehler an meiner Angeltechnik, doch verriet mir seine persönlichen ausschlaggebenden Details und Kniffe zusätzlich.
Dafür war ich ihm sehr dankbar, weil Geheimniskrämerei im Angelmilieu oftmals großgeschrieben wird.
Da Michi von Domenic zum Geburtstag nette zanderspezifische Gummifische geschenkt bekam, war Michi, der ebenfalls wie ich noch nie einen Zander auf Gummifisch ans Band bekommen konnte, heiß darauf ans Wasser zu kommen.

Gesagt, getan. Michi fuhr uns beide an einen vielversprechenden Spot, wo wir Domenics Kniffe und Details vom Geburtstagabend befolgen konnten.
Konzentriert, doch ohne Ahnung und Erfahrung, fischten wir zwei Buhnen ab, es tat sich nichts.

Den folgenden Moment sehe ich als generellen Wendepunkt bezüglich meines Erfogls auf Zander an:
Michi und ich gingen immer noch motiviert eine Buhne weiter.
Ich ging voraus und stellte mich rechts von Michi auf den Buhnenkopf und fing an zu faulenzen.
Der 21g Jigkopf schien hier perfekt. Nach 10 Sekunden kam mein Jigkopf auf dem Gewässergrund auf.
Ich machte sofort zwei Kurbelumdrehungen. 21, 22. Der Gummifisch war nach zwei Sekunden wieder am Gewässergrund angekommen. Es folgten abermals sofort zwei Kurbelumdrehungen 21, 22. Und wieder: 21, 22. 21, 22. 21,22. 21,“TOCK“!
Wie aus dem Nichts bekam ich bereits beim Anzählen von „21“ einen leichten Ruck in meiner Rute und schlug zum Glück reflexbedingt an.
WIDERSTAND!
Diesmal spürte ich seltsame Kopfschläge, die ich so von einem Hecht nicht gewohnt war.
Und tatsächlich! Ein schicker 45er Zander zeigte sich an der Oberfläche und wurde sicher von Michi gekeschert.
So gefreut habe ich mich seit Ewigkeiten nicht mehr. Seit Juli habe ich diesem Fisch hinterherspioniert und alles gegeben, ihn zu überlisten.
Heute war dieser Tag-X, der 15. September wird immer ein ausschlaggebender Punkt für das persönliche Zanderangeln sein.


Doch nicht nur mein Bann wurde gebrochen.
Euphorisiert schlenderte ich in einigen Metern Abstand zu Michi, nachrichtverbreitend via Handy an diverse Angelkollegen, zur nächsten Buhne.
Noch nicht ganz angekommen hörte ich nur den Ausruf „Fisch!“ aus Michis Mund.
Und ja! Ich durfte Michis ersten Faulenzerzander keschern. An diesem Tag hatten wir es beide geschafft!


Der 15. September ist unser Stichtag, da wir seit dem mehrere Zander mittels der Faulenzermethode an den Haken bekamen.
Hier ein paar Bilder von diversen Zandern seit diesem Tag, an dem der Bann endgültig gebrochen wurde.



Zum Abschluss hier noch ein Video zum Nederrijnfischen mit Markus, Max und mir.
Direkt bei der nächsten Session am Nederrijn fing ich meinen ersten Nederrijnzander.
Auch meinen besten Tag mit fünf Zandern konnte ich im Land der Raubfische, den Niederlanden, zusammen mit Markus erleben.
Der Gummifisch rockt!
Für alle Grenzbewohner, die auf Zander aus sind, lohnt es sich definitiv in einen Vispas für 30-50€ zu investieren, um die Schätze diverser holländischer Gewässer auskosten zu können.

Gruß
Euer Kaspersio

 


Nederrijn Fishing 2014 (HD Video) von fishingniederrhein

FCN am Forellenhof Tendyck in Wachtendonk

Moin moin zusammen…

Heute mal ein kleiner Bericht zu unserem Besuch am Forellenhof in Wachtendonk.

Sven und ich entschlossen uns spontan diesen Sonntag fischen zu gehen.

Um gerade mir wieder ein wenig Motivation in die Adern zu pumpen dachten wir uns,

da kommt ein Forellenhof gerade richtig. Nicht lang gefackelt, Samstag noch die letzten Kleinigkeiten

im Angelshop nebenan gekauft und los ging es dann.

 

Früh morgens klingelte der Wecker und ich erinnerte mich wieder einmal daran, dass ich kein

Frühaufsteher bin. Nichtsdestotrotz ackerte ich mich aus dem Bett, um auch ja pünktlich am Wasser

zu sein! Geangelt werden durfte von 8-14 Uhr. Recht zuversichtlich machten wir uns dann auf dem

Weg zum Wasser. Im Auto, gleich der erste Blick auf das Thermometer… 5 Grad… nicht gerade viel

aber an einen richtigen Winter erinnerte mich es auch nicht! Viel schlimmer war der Wind, welchen

wir am Wasser dann auch erst richtig bemerkten.

Schnell hatten wir eine brauchbare Stelle gefunden und packten erst einmal unseren Kram aus.

Nun war es soweit, die Fische konnten beißen!

Glücklicherweise hat es auch nicht lang gedauert bis sich die erste Forelle für Svens Madenpaket

interessierte. Seine Pilotkugel machte sich auf den Weg…. kurz nachdem sie unterging, Anhieb, der

Fisch sitzt! Noch im Drill machte sich dann ebenfalls meine Wasserkugel auf dem Weg.

Bemerkt hatte ich dies aber erst als meine Rute schon längst krumm war und am Ufer lag, zu

erstaunt war ich über den ersten Biss xD

DOPPELDRILL, fing geil an, so konnte es weiter gehen….

Bei Sven lief es heute fast wie geschmiert, am laufendem Band konnte er die Forellen von

seinen Maden überzeugen und landete stolze 6 Forellen. Für die heutigen Bedingungen

ein respektables Ergebnis! Bei mir lief es leider sehr schleppend und ich konnte „nur“ 2 Forellen

landen. Hätten wir jedoch alle Bisse verwandeln können, wäre unser Ergebnis locker zweistellig

ausgefallen. Aber so ist es nun mal! Aber die dickste Überraschung kam ja noch!

Nichts ahnend quatschten Sven und ich über Gott und die Welt als auf einmal meine Pilotkugel einen

Spurt hinlegte der sich gewaschen hatte.

Schnell war klar, das ist der Fisch des Tages! Das ist die Dicke Mutti oder die runzelige Oma…

Zur Rute gerannt, angeschlagen, gedrillt bis der Arzt kommt. Ergebnis dieser Monströse BARSCH!

Scheiß die Wand an, locker ein 40+. Leider hatten wir kein Maßband dabei, sodass wir seine wahren

Ausmaße nie erfahren werden. Auf dem Bild kommt der Fisch leider vieeeel zu klein rüber, das muss

an dem untalentierten Fotografen liegen! Schreinerei!!! 😉

Naja kleiner Scherz am Rande, zusammengefasst war es mal wieder ein super Tag mit Freunden

am Wasser. Was will man mehr, ich bin raus …. Gruß Sascha

Wir sehen uns am Wasser!!!

Vertikal in den Niederlanden

Seit Ende 2014 sitzt Sascha wortwörtlich im „Fishing-Connection-Niederrhein-Boot“ und auch nach langer Zeit wieder in seinem Kahn, welcher zu lange in seiner Garage vergessen und verschollen vor sich hinvegetierte.

Das soll sich in 2015 schlagartig ändern. Sascha freut sich darauf mit einigen Supportern der Fishing Connection Niederrhein, die holländischen Gewässer zu erkunden und vertikal zu befischen.
Das nette Humminbird Echolot zeigte bereits bei der ersten Tour vielversprechende Sicheln.
Sascha ist nach eigenen Worten noch kein Stephan Gockel oder Dietmar Isaiasch, welche Meister der Vertikalangelei sind , sondern will sich zusammen mit diversen Supportern der FCN Wissen aneigenen und Erfahrungen austauschen. Wir freuen uns auf ein vertikales und fischreiches Jahr mit ihm.


Willkommen an Bord, Captain!

Die Faulenzermethode und das nächtliche Wobblerangeln am Rhein

Zanderangeln am Rhein

Kein anderer Fisch findet unter Rheinanglern so viele Fans wie der Zander. Nicht nur das Angeln mit dem toten Köderfisch, sondern vor allem die aktive Angelei mittels farbfrohen Gummifischen und Twistern, stellen erfolgreiche Methoden zum Fang des beliebten Speisefisches dar. Seit Anfang der neunziger Jahre gewinnt das Spinnangeln mit Kunstködern an Bedeutung und Popularität.
Rucksack, Rute, und Kescher – Viel mehr bedarf es nicht, wenn man seinen harten und langen Arbeitstag mit einer kurzen Zanderjagd am Rhein ausklingen lässt.

Ja, selbst der Name der Methode, mit der die meisten Angler dem Zander nachstellen, verspricht auch fernab vom abendlichen Tatort im Ersten (Ent)spannung. Die Rede ist von der Faulenzermethode.

Wie funktioniert die Faulenzermethode?

Die Faulenzermethode fällt unter die Kategorie des Spinnfischens. Das stetige Auswerfen einer 9 – 13 cm langen Beutefischimitation (Gummifisch) wird hierbei praktiziert, um die visuellen Reize und das Seitenlinienorgan der Raubfische anzusprechen. Der am Bleikopf angebotene Gummiköder wird mit zick-zack-ähnlichen Sprüngen am Grund präsentiert.

(Video: Wie ziehe ich einen Gummifisch Richtig auf einen Jighaken? – https://www.youtube.com/watch?v=VLzDpOJikoI&t=58s )

Wenn ich am heimischen Rhein auf Zanderjagd gehe und innerhalb eines Buhnenfeldes und dessen Strömungskante fische, verwende ich im Durchschnitt Jighaken der Größe 3/0 mit runden Bleiköpfen zwischen 10 und 28 Gramm, um eine perfekte Absinkphase von zwei bis drei Sekunden zu gewährleisten. Zwei, drei Sekunden erscheinen mir hier ideal, da bei längeren Absinkphasen der Köder zu sehr durch die Rheinströmung abdriftet und nicht mehr den gewünschten Effekt der Faulenzermethode erzielt. Ziel ist es nämlich, einen flüchtenden und angeschlagenen Beutefisch am Grund des Rheins zu imitieren. Je nach Buhnenbereich ist ein leichter oder schwerer Jigkopf die richtige Wahl.

Faustregel: Strömungskante: 17-28 g | Buhnenfeld: 10 – 14 g

Schaubild: Faulenzermethode

Nachdem der Gummiköder ausgeworfen wurde, schließen wir den Bügel, straffen die Schnur und halten die Rute gerade vor uns in einer Zehn- oder Elf-Uhr-Stellung.

Bereits in dieser ersten Absinkphase ist der Kontakt zum Köder essentiell, da auch hier hin und wieder mit einem Zander-, Hecht- oder Barschbiss zu rechnen ist. Nun ist Konzentration das A und O. Entweder müssen wir im Rutenblank spüren, wann der Bleikopf des Jighakens am Grund aufsetzt oder wir orientieren uns alternativ an der Hauptschnur, die beim Grundkontakt seitlich einfällt bzw. einknickt und uns signalisiert, dass unser Köder am Grund angekommen ist. Gerade nachts muss man sich auf sein Gespür im Handteil der Rute verlassen, welches man durch ein Anlegen des unteren Rutenstücks am Unterarm optimieren kann.

Da wir ein flüchtendes und angeschlagenes Fischchen imitieren wollen, drehen wir mit der Kurbel unserer Spinnrollen ein bis drei Umdrehungen, damit sich der gerade am Grund angekommene Köder sofort wieder hebt und im Zick-Zack den Grund der Rheinbuhne nach Zandern durchforstet.

ACHTUNG: Nach den Kurbelumdrehungen ist höchste Aufmerksamkeit gefragt. Über 90 Prozent aller Bisse erfolgen erfahrungsgemäß in der nun folgenden Absinkphase des Köders in Richtung Grund.
Sollten wir einen blitzeinschlagähnlichen Ruck während dieser Phase des Absinkens im Rutenblank verspüren, müssen wir mit den Reflexen eines Manuel Neuers die Spinnrute kräftig in die Höhe schnellen. Nur dann ist gewährleistet, dass der Haken sicher im harten Zandermaul platziert wird. Oftmals haben wir hierfür nur den Bruchteil einer Sekunde Zeit, bevor die mit Hundszähnen bestückten Glasaugen den Gummihappen wieder ausspucken.

Wichtig ist hierbei ebenso eine relativ feste Bremseinstellung, damit der Anschlag nicht ins Leere geht. Man sollte also kräftig an der Hauptschnur ziehen müssen, bevor die Bremse der Spinnrolle Schnur freigibt.

Dieses Prozedere wiederholen wir nun bis kurz vor die Steinpackung der Rheinbuhne, bevor wir den Köder letztendlich rasch einkurbeln, um nicht in den Ritzen zwischen Steinen und anderen Hindernissen unnötige Köderverluste hinnehmen zu müssen.

Wo ist die Faulenzermethode Erfolg versprechend?

Wenn kein Hochwasser vorherrscht, stelle ich mich gerne direkt auf den Kopf einer Rheinbuhne bzw. Rheinkribbe und fische am Gleithang die Strömungskante hinab.
Info: Die Strömungskante befindet sich am Kopf einer jeden Buhne. Die Rede ist vom Übergang des „Buhnenkessels“ zum Hauptstrom.


Am Prallhang werden immer wieder kapitale Fische überlistet, jedoch ist es gerade für den Anfänger nicht leicht, diesen am gewaltigen Rheinstrom effektiv mit der Faulenzermethode zu befischen.

Die Zander stehen oftmals direkt vor der Steinpackung. Hänger auf Dauer komplett zu vermeiden, gelingt selbst erfahrenen Anglern nicht.

Nachdem man die Strömungskante mit einigen Würfen und gewichtigen Jigköpfen zwischen 17 und 28 Gramm abgefischt hat, lohnt es sich auch immer wieder, innerhalb der Buhne zu fischen.
In der Mitte der meisten Buhnen sind nämlich steinige Sedimentablagerungen, die einen signifikanten Hügel bilden, wo sich ebenfalls gerne diverse Räuber aufhalten.

Zander bei Nacht

Sobald die Sonne gen Horizont verschwunden ist und die Dunkelheit sich breit macht, gehen unsere geliebten Vampire aktiv auf Jagd. Jetzt werden wir mit der Faulenzermethode alt aussehen und können uns nur noch selten über vereinzelte Bisse freuen. Die nachtliebenden Zander, welche wir tagsüber mittels Gummifisch in den tieferen Strukturen einer Rheinbuhne erwarten und zum Anbiss überreden, befinden sich nun im Flachwasser an den Steinpackungen. Während dieser Phase erwischen wir die Beute jagenden Stachelritter mit langsam geführten, flachlaufenden Wobblern beim simplen Einleiern und Einkurbeln. Schlanke Wobblermodelle in einer Länge von 7 bis 14 Zentimeter passen optimal in das Beuteschema der Glasaugen. Hier sollte man die Rute flacher halten, auf etwa 9 Uhr, damit der Wobbler mit seiner Tauchschaufel auf die gewünschte Tiefe von 30 bis 100 Zentimeter erreichen kann. Einen Wobbler führt man bevorzugt nahe der Steinpackung einer Buhne entlang, da sich dort die meisten Zander aufgrund des hohen Grundelaufkommens aufhalten. Bei dieser Angelei sollte man die Bremse im Vergleich zur Bremseinstellung bei der Faulenzermethode etwas weicher einstellen. Ein heftiger Anhieb ist hier zumeist nicht vonnöten, da sich viele Zander durch die scharfen Drillinge fast wie von selbst haken oder aber auch direkt „vor den Füßen“ beißen und zu einer rapiden Flucht ansetzen.

Angelgerät für die Faulenzermethode

Rute: Als Angelgerät eigenen sich harte, schnelle und steife Spinnruten zwischen 2,30 und 2,80 Metern Länge mit einem Wurfgewicht zwischen 30 und 80 Gramm. Das Hohe Wurfgewicht ist nicht in der Größe und dem Gewicht unserer Köder begründet, sonder geht eher mit der gewünschten Härte der Rute einher. Da das Maul des Zielfisches recht hart ist, müssen wir mit einer gewissen Kraft den spitzen Haken sauber im Fischmaul platzieren. Mit einer zu weichen und „wabbeligen“ Rute sind wir beim aktiven Zanderangeln fehl am Platz.

Rolle: Geeignete Modelle sind Rollen der 2500er, 3000er und 4000er Größe. Bevorzugt sollten diese eine gute und haltbare Frontbremse integriert haben. Gerade beim Lösen von zwischen den Steinen festsitzenden Ködern wird die Rolle hohen Belastungen ausgesetzt.

Schnur: Es eigenen sich insbesondere rundgeflochtene und hochwertige Schnüre zwischen 0,12 und 0,17 Millimeter Durchmesser.

Vorfach: Da wir beim Angeln im Rheingefilde auch stets mit einem Hechtbeifang rechnen müssen, ist ein Stahlvorfach stets zu empfehlen. Weil die geflochtene Hauptschnur nicht wirklich abriebfest ist und Zander häufig dazu neigen, gerade vor der Steinpackung noch mal in Richtung Grund zu „bocken“, ist ein Kombivorfach, bestehend aus einem Meter abriebfestem Fluorocarbon in der Stärke 0,40 -0,55 Millimeter plus 30 Zentimeter Stahl, vor dem Köder die optimale Wahl.

Jighaken und Gummifisch: Jighaken gibt es in diversen Längen und mit unterschiedlichster Bleibeschwerung. Am Rhein haben sich 9 -13 Zentimeter lange Gummifische bewährt. Demnach ist ein 3/0er Jighaken, der zur Köderlänge passende Jighaken. Je nach Buhnenbereich der abgefischt wird, sollten wir mit 10 bis 28 Gramm schweren Jigköpfen Handtieren.

Landungshilfe: Last but not Least ist ein gummierter Kescher zu empfehlen. Dieser hat gleich mehrere Vorteile: Zum einen ist er durch seine Gummierung recht freundlich in Bezug auf die Schleimhaut der Fische. Gerade bei untermaßigen Exemplaren, welche zurückgesetzt werden, ist das Benutzen eines gummierten Keschers also eine sehr schonende Landungsmethode. Zum anderen lassen sich vor allem die Drillinge beim nächtlichen Zanderwobbeln kinderleicht aus den Gummierten Maschen „herausfriemeln“ , das ist bei anderen Materialien des Keschernetzes nicht der Fall. Des Weiteren ist das Gummimaterial auch ein relativ geruchsneutraler Stoff, der sich prima von potenziellem Fischschleim befreien lässt.

Tacklecheck:

  • Harte und steife Spinnrute 2,40 – 2,80 m | Wurfgewicht: 30-80 g
  • Spinnrolle 2500er , 3000er oder 4000er
  • Rundgeflochtene Schnur in 0,12 bis 0,17 mm
  • Stahlvorfächer (Beifang Hecht!) | noch besser: Kombivorfach (Fluorocarbon + Stahl)
  • Jigköpfe 10-28 g in der Größe 3/0
  • Gummifische zwischen 9 und 13 cm Länge
  • Gummierter Kescher

(Video zum Zandergerät: www.zanderkant.de/das-richtige-geraet-zum-zanderspinnfischen-mit-gummikoedern/)

Ich hoffe, ich konnte einigen Rheinländern das Spinnfischen, insbesondere die Faulenzermethode, auf Zander nahe bringen und schmackhaft machen. Probiert es doch mal aus!
Gerne dürft ihr mich auch für weitere Fragen in Bezug auf das Zanderangeln kontaktieren.
Schreibt mir gerne eine Mail an: post[at]connection.fishing
Ich freue mich auf euer Feedback.

Bei der Faulenzermethode eignen sich am zumeist klaren Rheinwasser insbesondere natürliche Farben und Dekors. Vor allem Brauntöne sind aufgrund des gegenwärtig hohen Grundelaufkommens im Rhein ein guter Allrounder.
Jedoch fangen auch knallige Farben wie Grüntöne oder gelb-orange Köder regelmäßig Stachelritter.
Besonders in der Dämmerung sind letztere, wenn sie UV-aktiv sind, äußerst erfolgsversprechend.

Die Faustregel der Farbwahl lautet hier:
Klares Wasser – Natürliche Farben (z.B. Braun, Silbern, Transparent, Perlmut, Weiß)
Trübes Wasser – Schockfarben (Grün, Pink, Orange, Weiß) –> TIPP: Deckweiß als Allroundfarbe.

Je nach Trübungsgrad kristallisiert sich bei jedem Angler mit der Zeit ein eigenes Köderfarbspektrum heraus.
Welcher Köder wann mit vollem Vertrauen eingesetzt wird ist dann ein Teil des Schlüssels zum Erfolg.
Als Allzeitallrounder würde ich grüne und weiße Dekore favorisieren.

Jetzt gibt´s natürlich diverse Gummifischformen und Längen in der breitgefächerten Köderlandschaft.
Ich persönlich bin ein Fan von schmalen Gummifischen diverser Firmen in der Größe zwischen 10 bis 13 Zentimeter.
Diese schlanken Gummis sind meiner Meinung nach ideal für Barsch und Zander im Fluss.

Sie lassen sich weit werfen und bieten zu ihrer vorteilhaften Aerodynamik auch unter Wasser einen widerstandsärmeren Körper als beispielswiese bullige und deutlich längere bzw. größere Modelle.

Petri Heil!
Euer Kas


Testbericht von NovaCarp: Spitzenbivy der Extraklasse

 

Moin Leute.

Ich möchte euch heute mal was Neues schmackhaft machen. Da mein altes Zelt langsam den Geist aufgibt und in die Jahre kommt, muss was neues her. Daher entschied ich mich dazu, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen und einen Dome für die „Ewigkeit“ zu suchen. Ich bin auf das Avid HQ2 Man gestoßen.

Auf den ersten Blick ein super verarbeitetes Zelt, welches Platzgeräumigkeit und Qualität bietet. Schnell aufgebaut innerhalb weniger Minuten, trotz 3 Gurten und der enormen Größe, vergleichbar mit einfachen Zelten mit nur einem Spanngurt in der Mitte. 4 Querstreben bieten Standfestigkeit und Schutz vor äußeren Einflüssen. Als kleiner Zusatz befinden sich 3 Rutenhalter aus Klett auf 2 Stangen am Außenzelt.

Im Inneren bietet das Zelt Platz für 2 Liegen und mehr als ausreichend Raum dazwischen. So bleiben die Kopfteile weit auseinander, was auch das Verstauen von Taschen etc. problemlos ermöglicht.
Aber auch und vor allem bei alleiniger Nutzung beweist sich das Zelt als Raumwunder. Gerade in der kalten Jahreszeit zieht man sich gerne ins Zelt zurück. Daher bleibt noch eine Menge Platz für z.B. einen Tisch, Stuhl usw.

Aquatec-Stoff verhindert Bildung von Tauwasser und Austreten von Wärme. Oft fühlt sich Zeltstoff kalt und feucht an, dieser zeigt genau das Gegenteil. Keine Anzeichen von Tau o.Ä.

Für die Raucher unter uns lässt sich die vordere Tür von oben herab öffnen, zusätzlich am hinteren Teil des Zeltes befindet sich ein kleines Fenster um den nötigen Durchzug zu schaffen und den Qualm rausziehen zu lassen.

Im Inneren lässt sich eine Innenkabine einhängen, um nervigen Fliegen und Mücken im Sommer aus dem Wege zu gehen und ersetzt gleichzeitig das Winterskin, wie man es normalerweise kennt. Von außen lassen sich alle Fenster öffnen, dahinter mit Fliegengitter, um auch im Sommer die frische Luft nicht missen zu müssen.

Fazit: Ein Spitzenzelt, welches Geräumigkeit, Qualität und gutes Aussehen am Wasser bietet. Der Preis von knapp 500€ ist dafür völlig gerechtfertigt. Für mich auf jeden Fall ein super Zelt welches ich gut und gerne an euch weiterempfehlen kann.

In diesem Sinne, 9
Ab ans Wasser mit euch
Flipper

by NovaCarp