TockSick´s all you can catch Weekend

Nachdem wir Freitag vom Karpfentrip nach Hause gekommen sind, ging es auch schon wieder weiter auf den nächsten Angeltrip. Geplant war ein Ausflug mit dem Boot meiner Eltern in den Biesbosch, welcher auch als Rhein-Maas-Delta bekannt ist. Also haben Matthias und ich uns Freitagnachmittag in unserem Heimathafen in Drimmelen getroffen, um das Boot von meinen Eltern zu übernehmen. Nach kurzem Briefing was noch an Proviant und Vorräten an Bord war, sind meine Eltern abgereist und haben uns das Boot überlassen. Wir packten schnell aus und verstauten unser Tackle an Bord, pumpten das Schlauchboot auf, montierten den 8-PS-Motor und gingen noch schnell einkaufen. Wir statteten noch kurz einem Angelladen in Getruidenberg einen Besuch ab, wo Matthias vom Sortiment mehr als überwältigt war. Der Angelladen von dem ich hier rede ist Fauna Hengelsport und ich zähle ihn wirklich zu meinen Lieblingsläden. Jedes Mal wenn ich meine Eltern besuche oder auf unserem Boot bin, muss ich einfach hier vorbeischauen. Das Sortiment ist wirklich mit das Größte, was ich in einem Angelladen gesehen habe. Hier findet man alles für Fried- und Raubfischangler. Einfach alles was das Herz begehrt. Also holten wir uns jeder noch ein paar Köder, unter anderem zwei Liter Maden und ein paar Dendrobenas, ein paar Boilies und Haken zum Dropshoten denn unser Ziel war kein spezieller Fisch, wir wollten einfach nur angeln und Matthias wollte die Vielfalt in diesem Gebiet kennen lernen. Also luden wir dann am Boot angekommen den letzen Rest aus und machten uns sogleich auf den Weg zu dem von mir angepeilten Spot, mitten im Delta. Auf dem Weg zum Spot war Matthias schon überwältigt und er war schon zufrieden ohne einen Fisch gefangen zu haben. Er sagte „Egal was an diesem Wochenende kommt, es wird auf jeden Fall mega gut“. Am Spot angekommen stellte ich dann leider fest, dass mein Echolot nicht mehr funktionieren wollte, was unseren ersten abendlichen Spintrip dann doch ein wenig im Wege stand. Wir versuchten es trotzdem mit mäßigem Erfolg. Kein Fisch, aber wir stellten fest das wir doch erheblich viel Kraut im Wasser haben. Also fuhren wir zum Boot legten zwei Feederruten raus, weil es schon recht dunkel war und hofften, dass irgendjemand in der Nacht unsere Würmer verschlingt und zu einem Landgang überredet werden kann. Matthias fragte sich schon, ob er nach der langen Friedfisch-Pause überhaupt noch weiß wie sich ein Bissanzeiger anhört. Kaum ausgesprochen ging sein Bissanzeiger auch schon los. Allerdings ohne uns den ersten Fisch zu bringen. Am nächsten Morgen ging es dann früh los. Weil mein Gast Sonntagmittag wieder zuhause sein musste, starteten wir unsere Vertikal-Schlepptour ohne Echolot und ohne Frühstück um 7:30 Uhr.  Der Morgen war relativ bewölkt ich wollte ein paar Spots vom Vorjahr anfahren. Allerdings stellten wir fest das wir in allen Uferzonen die nicht zur Fahrrinne gehörten Kraut bis zur Oberfläche hatten und das teilweise in Tiefen bis zu 2 Metern.  Also fuhren wir einen Spot an, in dessen Umkreis Sven Anfang des Jahres ein Räubertrippel gelang. Wir schleppten den Bereich ab und nachdem wir in einen Seitenarm einbogen fand ein Barsch zügig Gefallen an meinem Savage Gear Lipster im Firetiger Dekor und der erste Fisch des Tages und der Tour war gefangen.

Da wir allmählich hunger bekamen fuhren wir gegen 10:00 Uhr wieder Richtung Basiscamp um erst mal in Ruhe zu frühstücken. Auf dem Weg zu unserem Boot machten wir eine kurze Pause in einem kleinen Nebenarm und versuchten hier mit kleinen Wobblern ein wenig die Barsche oder Hechte zu ärgern. Je natürlicher hier unsere Wobblerdekore waren desto mehr Nachläufer konnten wir verzeichnen, von Barschen und Hechte bis maximal 20 cm allerding wollte sich keiner dazu überreden lassen mal in den Köder zu beißen. Also fuhren wir weiter und schleppten etwas den Nebenarm entlang. Kurz vor Ende des Verbindungskanals konnte ich dann noch einen kleinen 15 cm Barsch überlisten. Er attackierte den Wobbler nachdem ich ihn kurz aus dem Wasser getwitcht habe, direkt nachdem der Wobbler wieder auf der Wasseroberfläche auftraf. Der Barsch hatte keine Chance wieder loszukommen, denn er schnappte nach dem Schwanzdrilling, welcher sich zweimal durch seine Oberlippe und einmal durch die Unterlippe bohrte. Ich befreite ihn und entließ ihn ohne Foto und ohne zu messen in die Freiheit.
Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns nach kurzer Besprechung wieder auf den Weg. Ich hoffte ja noch ein Ufer bzw. eine Kante zu finden, die wir krautfrei abschleppen könnten. Nachdem wir morgens nur die zwei kleinen Barsche gefangen hatten und auch nach dem Frühstück nach etwa 2-3 Stunden keinen weiteren Platz gefunden hatten den wir aussichtsreich abschleppen oder vielleicht abwerfen konnten, fuhren wir weiter um die kleinen Inseln rum und suchten weiter. Wir hatten schon fast aufgegeben da sahen wir am gegenüberliegenden Ufer doch tatsächlich Steinbuhnen. Also beschlossen wir uns die doch mal näher anzuschauen. Die Buhnenkessel waren komplett verkrautet, also fingen wir an der Kante an zu schleppen. Nach drei Runden ohne Fischkontakt fuhren wir dann weiter und zwar in Richtung Tripple-Spot. Ich hoffte jetzt nur, dass ich zwischen den Inseln nicht schon die Orientierung verloren hatte. Zwischendurch fragte Matthias schon, wie denn so ein geschleppter Biss kommt, denn er hatte bis dato keine Schlepperfahrung sammeln können. Sämtliche Hechte oder Zander hat er bis hierhin vom Ufer aus erworfen. Mittlerweile kam auch die Sonne raus und bescherte uns auf dem Wasser in den Uferzonen lustige Farbenspiele, denn die Krautbänke zeichneten sich nun deutlich vom Rest ab und wir überquerten eins dieser Felder, um in einer türkisschimmernden sandigen Flachwasserzone ein paar Würfe zu versuchen.. Nachdem wir auch hier keinen Kontakt hatten, ging es am Ufer weiter. Dort kamen nun ein paar sehr kurze Steinpackungen, maximal zwei bis drei Meter ins Wasser reichend. Aus dem Augenwinkel beobachtete ich wie Matthias immer wieder sein Handy aus der Tasche holte und ich sagte schon er solle aufpassen, dass er nichts verpasst. Keine 5 Minuten später vor einer dieser kurzen Steinpackungen schlug dann endlich der erste größere Fisch ein. Der Fisch stieg zwar nach kurzem Drill aus, aber die Rutenkrümmung sprach eindeutig für sich. Also hieß es umdrehen und das Stück zwei weitere Male abschleppen. Leider gab´s hier nur einen zaghaften weiteren Biss, welcher aber auch nicht in Drill und Fisch umgewandelt werden konnte. Matthias fing schon an: „Ist nicht schlimm, Basti, komm wir konzentrieren uns heute Nacht auf die Feederruten. Ist eh mein erster Trip seit langen, mir reicht die Atmosphäre hier in der Gegend. Ich bin eh schon zufrieden.“  Ich wollte mich allerdings nicht geschlagen geben und überredete ihn noch dieses eine Stück abzuschleppen bis zum Trippel-Spot und dann zum Boot zurück zu fahren. Wir näherten uns also wieder einem Stück mit 3-4 kurzen Steinpackungen. Als wir das Stück schon fast passiert hatten sagte Matthias noch leicht witzelnd: „Pass auf, wenn die Köder gleich in Höhe dieser Ecke sind, die das Feld hier beendet, dann knallt einer rein.“. Und es war wirklich so! Die Köder haben eben diese Ecke passiert, da schrillt die Bremse vom Matthias auf und die Rute ist krumm. Ich dachte ganz kurz es wäre ein Hänger, da fing der Fisch an mehr und mehr Schnur abzuspulen. Ich holte so schnell wie ich konnte meinen Köder rein und konzertierte mich darauf dem Fisch entgegen zu fahren, was gar nicht so einfach war, denn die Bremse kreischte immer noch und es fühlte sich nach einem richtig guten Fisch an, was mir das breite Grinsen auf Matthias Gesicht zeigt. Dadurch, dass wir dem Fisch hinterherfahren konnten, gab er dann nach einem knackigem Drill auch auf und näherte sich der Oberfläche als auch dem Kescherrand. Als der Hecht sich über die Kante schob sahen wir dann, dass es ein wenig Nachdruck brauchte um diese Mutti in das Netz zu hieven. Tief genug war der Kescher, allerdings hätte der Durchmesser etwas größer sein können. Ein beharrlicher Ruck mit dem Netz und die Mutti war unser. Mir wurde sofort klar, dass wir diesen Fisch im Schlauchboot weder sauber vermessen konnten noch schonend abhaken konnten. Also sah ich mich kurz um und fand eine Kuhweide in etwa 15 Metern Entfernung, die uns einen perfekten Untergrund bot um den Fisch zu vermessen, ein paar Fotos zu machen und ihn danach wieder sauber zu releasen. Also schnell mit hochgetrimmten Motor Richtung Ufer und mit Schwung auf die Uferkante. Matthias mit Rute und Fisch im Kescher vorran und ich mit Befestigungsleine vom Boot und Messlatte hinterher, wir wollten ja schießlich nicht das das Schlauchboot abtreibt. Und wir wollten den Fisch ja sorgfältig versorgen ohne Stress und mit ruhigen Händen. Also Haken aus dem Maul und beim Ablegen auf der Messlatte stellten wir fest das der Hecht einen der beiden Drillinge des Wobblers bereits im Kiefer stecken hatte aber ohne, dass der Wobbler daran hing. Den vorderen Drilling dem auch einer der Haken fehlte, haben wir noch aus dem Kiefer entfernt um den Fisch dann zu vermessen. Dieser starke Fisch knackte wie von uns vermutet mit 103 cm ganz knapp den Meter. Damit war unser Soll für diesen Trip erledigt und wir beide auch. Wir schickten die dicke Mutti wieder in die Freiheit, versuchten den Abschnitt nochmal abzufahren und fuhren dann mehr als zufrieden nach einem ganzen Tag Schleppangeln wieder Richtung Boot um den Abend mit ein wenig Stippen und Feedern ausklingen zu lassen.
Am Boot angekommen stellten wir fest, dass der Algenteppich, welcher an unserem Platz an der Oberfläche trieb, glücklicherweise durch den Wind und kleinere Boote mehrere Löcher bekommen hatte, in denen nun sogar Brutfische nach Insekten jagten oder selber von kleineren Barschen oder anderen Brutfischfressern gejagt wurden. Also packte ich die gute alte 4-Meter-Kopfrute aus und gab Matthias eine Pilotkugel für seine Ultra Light Rute. Wir bestückten beide mit 16er Haken und einer Made. Kleine Rapfen und Rotaugen von 5-10 cm bissen im Minutentakt. Die Made war noch nicht ganz versunken, da ging die Pose schon unter. Es waren sogar zwei Rapfen dabei, welche die Made quasi Topwater genommen haben bzw. die Made aus der Luft gepackt haben. Ich hab´ selten so Spaß bei der Kleinfischangelei gehabt wie an diesem Tag. Matthias konnte sogar sein kleinstes jemals gefangenes Rotauge mit knappen 4 cm Länge fangen. Da wir auch ein paar etwas größere Rotaugen erwischen konnten, beschloss ich in der folgenden Nacht eine Rute auf Grund mit Köderfisch auszulegen. Ich bastelte mir noch ein System und warf den Köfi ins feuchte Element. Die anderen hebte ich mit für den nächsten Morgen auf, denn wir wollten es morgens nochmal versuchen, wenn es das Wetter zulassen würde.  Also bestückten wir jeder noch eine Feederrute und hofften das wir nachts von mindestens einem schreienden Bissanzeiger geweckt werden. Da wir quer zur Fahrrinne angelten, senkte ich die Ruten noch ab, sodass wir in Ruhe in die Kojen klettern durften. Nach einer ruhigen ungestörten und bisslosen Nacht, die in einem windigen unfischbaren morgen endete, beschlossen wir dann abzuwettern und sobald wie möglich wieder Richtung Hafen zu fahren. Wir holten also unsere unberührten Würmer aus dem Wasser und ich griff nach der Köfirute, was mich hier erwartete war wirklich unerwartet. Ich holte einen großen Ballen Kraut und Algen mit an die Oberfläche. Als ich in dem Kraut meinen Köderfisch suchte, fand ich nur den Rest meines Stahlvorfachs. Es sah so aus als wurde es durchgeknipst. Also schlossen wir diesen Wochenendtrip ab und begaben uns in den Hafen. Matthias packte sein Tackle, fragte ob man das mal wiederholen könnte und machte sich total begeistert und zufrieden Richtung Heimat auf. Ich blieb alleine zurück, denn abends wollte Lucas, von NovaCarp, kommen und mich bis Mittwoch begleiten, um entweder Karpfen oder dicke Räuber zu fangen. Dazu aber mehr in einem anderen Bericht.

Überraschungtrip

Wir haben mal wieder einen gemeinsamen Angeltrip zu Stande gebracht. Wir, also Sven und ich, waren von Montag, den 29.08, bis Freitag, den 02.09., in Het Plashuis in unserem Nachbarland den Niederlanden. Unser Zielfisch war dieses mal der Karpfen. Also haben wir Zelt, Futter  und das restliche Tackle im Auto und Anhänger verstaut, um uns am Montagmorgen gegen 10 Uhr auf den Weg zu machen. Sven hatte mich bei diesem Trip ein wenig vor gemachten Tatsachen gestellt Wir wollten zwar sowieso zusammen einen Angeltrip machen, aber er rief mich eines abends nach der Arbeit an und sagte mir er habe einen Karpfenangelurlaub gebucht, ob ich denn nun mitkommen würde. Spontanität vom Feinsten! Also blieb mir ja nicht viel übrig, außer: „Ja, natürlich!“ zu sagen. Er hat mir noch eine Internetadresse gegeben, wo ich mir unsere Urlaubsziel anschauen konnte.  Nach kurzem Durchstöbern der Internetseite als auch dem Anschauen von Gewässer-Videos, war ich mehr als begeistert. In den nächsten Wochen wurde erstmal alles nötige bestellt und eingekauft, damit wir den Trip mit genügend Futter für Mensch und Fisch überstehen können. Unser Ziel war nämlich eine kleine Insel, die sich mitten auf dem See befindet. Ein Boot wurde vom Seebetreiber gestellt und gegen einen kleinen Aufpreis auch mit einem E-Motor versehen. Man darf aber durchaus auch seinen eigenen E-Motor mitbringen. Gegen einen geringen Obolus bekommt man die vorhanden Batterien im Austausch für seine Leere, also ist man so weit immer mobil und kann zum Duschen oder, wenn man möchte, zum See-Restaurant fahren.

Wir sind Montagmittag am See angekommen. Nachdem der Betreiber uns eine Coke ausgegeben hatte, fragte er uns noch ob wir nicht den Platz wechseln wollen und anstatt Platz 3, dieser Platz ist vom Betreiber eigentlich für eine Person ausgelegt, Platz 8 nehmen wollen, welcher auch genügend Raum für  zwei Zelte bieten würde. Also gab er uns noch den Platzordner mit Tiefenkarte und den wichtigsten Telefonnummern und Adressen in der Umgebung und entließ uns auf den Platz. Wir begannen unseren Tackle im Boot zu verstauen und uns wurde schnell klar, dass wir auf jeden Fall ein zweites mal fahren mussten. So machten wir uns also mit etwa 80% des Tackles auf die erste Tour zu unserem neuen Domizil, an dem wir bis Freitagmorgen unser Camp aufbauen wollten. Auf dem Weg zu Platz 8, welcher hinten in einer Flachwasserzone des Sees lag, fuhren wir an den anderen Angelplätzen vorbei und bemerkten schnell, dass wir nicht die einzigen Deutschen waren, die hier ihren Urlaub geplant haben. Am Platz angekommen wurde schnell das Boot ausgeladen und das Zelt aufgebaut, damit für die zweite Tackletour wieder genügend Platz vorhanden war. Ich hab noch einmal kurz die Umgebung gescheckt und bin dann zurück zum Auto, um den restlichen Tackle zu holen. Als wir dann nach der zweiten Tour alles an Futter am Platz hatten, mixten wir uns schon mal lustig einen zu Recht. Wir hatten hauptsächlich R&G Boilies Black Diamond und Red Zemper mit. In meiner Tasche befanden sich noch 6 Kilo Robin Red Pellets in 4,8 und 16 mm und ca. 5 Kilo Pellets in Heilbutt und Babycorn. Des Weiteren hatten wir diverse Liquids und Soaks für das Futter dabei sowie einige Dosen Mais. Ich legte einen Futterplatz aus Black Diamond und Robin Red an, ein zweiter Futterplatz bestand aus einem Mix aus beiden R+G Boilies und wurde ein wenig fischiger abgeschmeckt. Am dritten Platz legte ich Svens süße Mischung ab und ließ mich in der ersten Nacht aufs Ungewisse ein. Svens Futter bestand aus den beiden Boilies und unterschiedlichen Dips und Liquids um verschiedene Geschmacksrichtungen zu erreichen einmal süß und einmal fischig. So versuchten wir in der ersten Nacht am unbekannten Gewässer rauszufinden wie die Fische denn so ticken. Wir suchten also unsere Plätze ließen das Futter ein bisschen ziehen und machten dann die Ruten für die Nacht klar und brachte jeder drei Ruten raus. Die erste Nacht blieb auch nicht lange ruhig. Allerdings verloren wir alle fünf Fische in dieser Nacht. Zwei Schlitzen im Drill aus, bei einen riss das Vorfach, ein weiterer hing böse im Seerosenfeld und den letzen verloren wir am Kescherrand. Also legten wir alle Ruten, die auf meinem Futter lagen, in der ersten Nacht mehr als einmal neu. Alle bis auf meine „süße“ Rute. Von „brassigen Besuchern“ blieben wir weitestgehend verschont. Nur mein Pelletplatz und eine von Svens Ruten brachte uns in der ersten Nacht den befürchteten Beifang. Also Resümierten wir am Morgen bei einem ausgiebigen Frühstück über die mehr oder weniger erfolgreiche erste Nacht. Wir legten die Ruten neu, um zu schauen was uns der Tag so bringen wird und begaben uns dann nacheinander in Richtung Dusche.

Weil ich noch ein paar Dinge neben der Körperpflege erledigen musste, verpasste ich leider Svens mittägliche Fänge. Als ich wieder am Platz war, überraschte mich Sven mit einem Foto seiner gefangenen Schleie. Des Weiteren waren noch zwei Brassen zu Besuch, sagte er. Also legte er seine Ruten neu aus und wir warteten gemeinsam ab was noch so kommen möge. Nach einem gemütlichen Abendessen bei untergehender Sonne, mischten wir noch einmal Futter nach und legten die Ruten für die Nacht noch einmal mit frischen Ködern neu aus. In dieser Nacht hatten wir nur einen einzigen flossigen Besucher. Allerdings war es endlich der ersehnte Karpfen, der sich meinen Robin Red Pellet schmecken ließ.

Nach einem knackigen Drill glitt der Schuppi über den Kescherrand und wir waren uns sicher, dass wir doch nicht alles falsch gemacht haben konnten. Der Fisch wurde schnell versorgt und nach ein paar Fotos und kurzem Wiegen auch wieder in die Freiheit entlassen. Hältern der Karpfen in Säcken ist an diesem See untersagt, deshalb gibt es nur ein paar Bilder im Dunklen von diesem Fisch. So ging die zweite Nacht im Vergleich zu Ersten relativ ruhig von statten. Am dritten Tag passierte gar nichts. Wir genossen das Wetter, sahen ein paar DVDs und setzten das Futter für die dritte Nacht an. Und diese Nacht war die Ruhigste. Wir hatten nicht einen einzigen Zupfer, keine Brasse, keine Schleie, kein Karpfen, nichts. Allerdings fingen auch die anderen Angler in dieser Nacht lediglich einen Fisch. Es waren an 5 anderen Plätzen jeweils zwei Angler aktiv auf Karpfen fischen. Also überlegten wir, was in den ersten beiden Nächten Erfolg brachte und setzten das Futter für die letzte Nacht dementsprechend modifiziert an. Ich legte meine Ruten alle auf einem Futter aus Robin Red, Black Diamond und Tintenfischboilies, die wir als Reserve mithatten. Meine Hakenköder bestanden wieder aus einem Robin Red Pellet zwischen einem fluo-roten und pinken Pop-Up Maiskorn, einem Schneemann aus einem Black Diamond mit einem White Chocolate Cocos Boilie mit einem pinken aufpoppenden halben Boiliestopper von AvidCarp und einem „The Source“ – Wafter mit einem Pop-Up Mais sowie einem weißen Kunststoff Boiliestopper. Die ersten beiden Kombinationen wurden von mir in jeder Nacht gefischt nur die Wafter-Kombi kam nur in der letzten Nacht zum Einsatz, was ich im Nachhinein doch etwas bereue. Die letzte Nacht glich an Aktivität der Ersten. Allerding schaften wir es nur einen von vier Karpfen zu einem kurzen Landgang zu überredenDie daumendicken Seerosenstängel bereiteten uns wie zu Beginn unseres Urlaubs große Probleme. Drei Karpfen zogen abermals in ein nahegelegendes Seerosenfeld und schlitzten aus. Es liefen alle Ruten ab, wovon zwei Läufe der Brassenaktivität verschuldet sind. So endete die Nacht zumindest mit nasser Abhakmatte, auch wenn sie nicht sehr zufriedenstellend war. Am nächsten Morgen ging es dann zurück zum Auto. Allerdings mit maximal 20% Schubkraft des E-Motors. Hier machte es sich bezahlt, das wir am Vorabend schon mal alles was für die letzte Nacht nicht gebraucht wurde, in Auto und Anhänger verstaut haben. So mussten wir morgens nur noch das Zelt, Liegen, Ruten, Futter und den E-Motor verstauen und konnten dann den Heimweg antreten.
Zum See kann man eigentlich nur sagen, dass er mehr als einen Besuch wert ist. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen. Der See ist in eine Tief- und eine Flachwasserzone aufgeteilt. Es gibt sowohl Angelplätze von denen aus beide Zonen befischt werden dürfen als auch Plätze von denen nur eine der beiden befischt werden darf. Genaueres findet man in der Gewässerordnung des Sees. Auf der einen Seite geht es bis auf drei Meter Tiefe runter, während es im Flachwasser kaum über einen Meter tief ist. Der ganze See ist relativ trüb, sodass selbst in den Flachwasserzonen der Grund nicht ansatzweise zu erkennen ist. Es gibt genügend Kanten, Seerosenfelder und andere interessante Plätze an denen die Montagen abgelegt werden können. Mit anderen Anglern, welche auf anderen Plätzen parallel fischen, kommt man sich eigentlich nicht in die Quere.  Lange Stangen um die Futterplätze zu markieren oder den Grund sorgfältig abzutasten werden vom Seebetreiber gestellt, müssen aber wieder abgegeben werden wenn man den See verlässt, damit sie nicht irgendwo im See vergessen werden. Stellenweise sind einige der Spots im Vergleich zum Rest des Sees relativ hart und man muss keine Angst haben das die Montage im Schlamm „tot“ daherliegt.
Es gibt ein paar Dinge die ich aus diesem Trip gelernt habe. Erstens gibt es hier Mutanten-Seerosen mit Stängeln die teilweise Daumendick oder dicker sind. Diese bieten den Karpfen wunderschöne Möglichkeiten das Blei bzw. den Haken wieder abzuschütteln. Allerding waren nicht alle Seerosenfelder so, sondern größten Teils die vor denen wir geangelt haben und je näher wir an den Seerosen lagen desto härter wurde der Untergrund. – WORST CASE – Zweitens waren die Inseln auf dem See teilweise von Schilf umwachsen, was einen bis zu einem Meter breiten schwimmenden „Rahmen“ um die Insel ergab unter denen die Fische ihre Runden zogen. Je Näher wir die Ruten an diesen Gürtel gelegt haben desto aktiver waren sie.  Drittens tagsüber ging so wenig bis gar nichts an diesem See, dass ich am dritten und vierten Tag meine Ruten erst nach dem Abendessen wieder neu bestückt und ausgelegt habe. Viertens habe ich gelernt, dass absenken in Tiefen bis zu einem Meter mit geflochtenen Schnüren auch zu Problemen führen kann, obwohl ich in der ersten Nacht keinerlei Probleme hatte, hebte sich nämlich am zweiten Tag bzw. in der Nacht die Schnur immer wieder vom Grund ab, was ich nur durch ein zweites Absenkblei einiger maßen abstellen konnte. Glücklicherweise hatte ich auf den Ersatzspulen überall 0,35 Monofile mit der ich in den folgenden Nächten problemlos  weiterfischen konnte.

Organigramm der organisierten Angelfischerei in Europa

Viele Fragen sich, wie das Gesetzgebungsverfahren im Bereich der Angelfischerei aussieht.
Wie sieht die Polity, also die institutionelle Struktur, aus?
Wer sind die genauen Aktuere des Policy-Makings?

Aus der NRW-Perspektive bietet folgendes Organigramm einen tollen Überblick für Interessenten.
Es handelt sich hierbei um eine Erweiterung des Schaubildes vom Landesfischereiverband Westfalen und Lippe e.V. .

Vegetarisch zum Erfolg

Es war meine erste Nacht am neuen 4 ha großen See. Mein Ziel war es den Karpfenbestand mal zu checken.
Schon beim Spotsuchen konnte ich zwei Karpfen aus den Seerosen schwimmen sehen.
Das gab mir schon ein echt tolles Gefühl, die linke Rute dort abzulegen.
Weil ich aber noch viel gekochten Mais und Tiegernüsse hatte, nahm ich ein wenig von allem mit.

So montierte ich meine Ruten und beköderte sie einmal mit 2 Tiegernüssen und einem pinken Pop-up Maiskorn, die andere Rute bestückte ich mit einer Maiskette und einem halben Pop-up.

Die linke Rute legte ich also ans Seerosenfeld, wo ich eine freigefressene Stelle gefunden habe. Da dachte ich mir: „Hier müssen die Nüsse hin.“
Ich fütterte den Mais wie einen Teppich.
Die rechte Rute mit dem Mais legte ich an einem überhängenden Busch und fütterte dort auch nur Mais.
Und dann konnte es schon losgehen.
Ich schlief nicht lange bis die ersten Laute von meiner Funke kamen.
So gegen halb 2 hatte ich einen Fallbiss und als ich vor den Ruten stand hab ich mir gedacht, ich kurbel die Rute mal auf Spannung.
Was dann passiert ist war verblüffend – Ich bekam zunächst keinen Kontakt zum Fisch.
Ich nahm die Rute auf und merkte, dass meine Schnur plötzlich von links nach rechts wanderte.
Nach weiterem Einkurbeln nahm ich Spannung auf und ja was soll ich sagen ich hatte meinen ersten Graskarpfen im Drill.
Glücklicherweise konnte ich durch Hilfe meines Freundes Alex den Fisch nach zwei harten Fluchten über den Kescherrand ziehen.
Und da war er dann, mein erster Amur am neuen Gewässer.

#Vegetarisch #Nüsse #FCN

Petri Heil und TL,

Euer Robert.

Graser zur Geisterstunde

Gestern biss gegen Mitternacht mein bis hierhin größter Amur von 11 kg und 92 cm auf eine Kombination bestehend aus einem Banane-Hailbuttpellet-Boilie plus zwei Maiskörnern und einem pinken Pop-Up-Kunstmaiskorn.
Lediglich vier Hände Gemüsemais und Frolic (Rind) dienten als Anfüttermaterial. Der befischte Spot, das größte Seerosenfeld des etwa 4 ha großen Baggersees, schien wohl die richtige Wahl gewesen zu sein.
Dieser Graskarpfen ist nämlich der größte Gesichtete des Sees und wurde nun zum ersten Mal zum Anbiss überredet sowie anschließend den Kescherrand geführt.
Welch´ein geiler Fisch!
#R&G #Kivelinge #fishingconnectionniederrhein

Viele Grüße und Petri Heil!
Christian