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Den Dezember-Rheinbarben auf der Spur

by Andreas Müller

Als mein Wecker am Mittwoch, 16. Dezember, um 6:30 Uhr zu schrillen begann, schaute ich unmotiviert
auf meine Pegelstandapp.

Der Vater Rhein vermeldete ansteigendes Wasser. In Kombination mit dem relativ kalten Wasser und
meiner favorisierten Barben-Stelle, die durch einen buhnenlosen und lediglich 1,5 m tiefen Kiesbereich geprägt ist, war ich mir nicht sicher, ob sich auch unter jenen Wettervoraussetzungen Barbus barbus an solchen Stellen einfinden.

Aber probieren über studieren lautet die Devise und so kam es, dass ich meinen Angelkram zusammenpackte und mit zwei Liter
Maden und einigen zwei, vier und sechs mm Pellets zum Angeln aufbrach.

Um 8 Uhr am Platz angekommen, war ich dann der einzige Angler auf weiter Flur.
Als ich sechs pralle Körbe mithilfe des Lineclips punktgenau auf die 25 Meter entfernte Spur setzte, begann ich meinen 10er Drennan
Wide Gape Haken mit vier Maden und einem Caster zu bestücken.
Nach bereits einer halben Stunde verneigte sich dann unverhofft meine Feederrute zum Halbkreis und ich konnte
eine 62 cm lange Barbe landen.
Darauf folgte zunächst eine lange Beissflaute, bei der sich Sonnenschein und dichte Wolken abwechselten.
Trotz der längeren Beißflaute hielt ich an meinem hohen Futterrhythmus fest.
Das war wohl die richtige Entscheidung. Kurzum lag dann die nächste Barbe auf meiner Korum Fast Mat.
Mit etwa 50 cm war sie kein Ungetüm, aber immerhin der auserkorene Zielfisch des Tages.

Nachdem nochmals viel Wasser den Rhein heruntergeflossen war, gab es einen
verheissungsvollen und heftigen Biss. Der Fisch stand lange in der Strömung und machte mir das Drillen
nicht gerade einfach. Langsam konnte ich den unbekannten Gegner am anderen Ende der Leine heranpumpen.
Nach einer heftigen Flucht am Uferrand durfte ich die bullige und gut genährte 68 cm Rheinbarbe einnetzen.

Nach diesem tollen Winter-Fisch blieben die Bisse aus und ich durfte auf einen erfolgreichen
Dezembertag am Rhein mit gleich drei überlisteten Zielfischen zurückblicken.

Als Futter verwendete ich ein neutrales schweres
Rheinfutter, welches ich mit einem hohen Anteil Halibutpellets und Maden versetzte.

Die Bisse kamen ausnahmslos auf rollendem Korb und zu Phasen wo die Sonneneinstrahlung
nicht da war.

Und wiedermal hat sich gezeigt dass man vom Bett aus keine Fische fängt.
Also ran an den Fluss und Barben fangen.

Petri Heil, euer Andi

Die traditionelle Barbenwoche mit Volker – diesmal: Kein Anglerlatein!

by Wolfgang Stoltenberg

Eigentlich wollte ich ja erst nach Abschluss der Woche mit Volker über unsere Erlebnisse berichten. Das hat sich heute geändert!
Gestern fing alles eigentlich normal an. Volker mit dem Feeder (Trilogy, Korum), ich diesmal mit der Bolo. Wasser recht flach, Volker draußen so bei 2m, ich vorn bei etwas 1m Wassertiefe. Volker hatte ja noch mit seinem Donau-Trauma zu kämpfen, er hatte seither keine Chance gehabt, anglerisch daran zu arbeiten.

Nun, die Ruhr heilt Wunden, schon nach etwa 90 Minuten hatte er seine erste Barbe! Donau – forget it!

Es dauerte nicht allzu lange, bis Volker seine Ruhr–Barbe in den Hämden hielt.

Zwei Barben stiegen aus, 4 konnten wir in den Kescher führen, gerecht verteilt.

Heute besuchte uns Cees van Dongen und traf rechtzeitig ein, um meinen ersten Drill an der Bolo mit zu erleben. Auch Volker schlug wieder souverän zu.
Hatte ich bisher auf Teig gefangen, fingen nun mittelgroße Weißfische an, den Teig aus dem Mesh zu lutschen. Also stieg ich auf einen Dumbell um, obwohl mir der Teig mehrere Barben geschenkt hatte. Ich wollte nach etwa 15 Minuten den Korb neu füllen und erhob mich gerade aus dem Stuhl, als ich einen Biss registrierte. Also, Dumbells laufen auch!
Die erste Flucht war lang und nachdrücklich, die Schätzung ob es ein guter Fisch ist, kann ich allerdings erst im Laufe des Drills relativ sicher treffen.
Nun dieser Fisch blieb stur am Boden, ließ sich auf nichts ein und weigerte sich hartnäckig, an die Oberfläche zu kommen. Nein, er machte deutliche Kopfstöße am Grund. Die Bolo auf maximaler Spannung, das beeindruckte ihn nicht. 65cm, 70cm, 75cm, 80cm, mein Blutdruck stieg parallel zu meinen Einschätzungen.

Als er endlich mal kurz an die Oberfläche kam, sah ich eine beeindruckende Schwanzflosse und einen mächtigen Schwall. Jetzt war ich bei 80+! Bei meinem Blutdruck einfach eine 1 davor setzen.
Zum Glück war Volker dabei, griff sich, wie sich herausstellte, viel zu früh den Kescher, denn diese stattliche Barbe ließ sich nur zentimenterweise heranpumpen, dann ging sie wieder auf Tauchstation und nahm wieder ein paar Meter Schnur mit.
Schließlich lag sie auf der Matte und ich überließ Volker das Messen.

Wenn die Schwanzflosse über das Ender der Korum Fast Mat ragt, dann wird´s spannend!

Erstens zitterten meine Hände, zweitens hatte ich ein saudummes Gefühl…
Unglaublich! Innerhalb weniger Wochen die zweite 90er!

Mit 90 Zentimetern ist diese Barbe nun die zweite, die Wolfgang innerhalb weniger Wochen fangen durfte.

Diesmal alles dokumentiert, mit verlässlichem Zeugen! Obwohl sie unglaublich kompakt aussieht, ist sie leichter als meine erste. Diesmal 8,01 kg! Minus 700g für das Keschernetz.

8 kg minus 700g machen 7.300 g, was eine Barbe!

Völlig irreal: ein zweiter Fisch des Lebens! Ich bin wie vom Donner gerührt. Nur, diesmal besteht nicht der geringste Zweifel, dass da zwei Monster bei uns unterwegs sind. (Mich nicht mitgerechnet.)
Kneift mich mal jemand? Das kann doch nicht wahr sein.

Hier ist sie, die Königin der Ruhr!

TEAMWORK Personal Best

? TEAMWORK PB ? #topstory
„Kannst du auf meine Ruten aufpassen, wenn ich kurz weg bin?“
Aber na klar doch! `Nen kleinen Teichschuppi ? drillen… das mach´ ich notfalls doch mit links, dacht´ ich mir.
Als mein Buddy Lucas noch keine 15 Minuten weg war, bewegte sich auch schon der Swinger an seiner rechten Rute. Da er am gegenüberliegenden Ufer vor Totholz angelt, musste schnell gehandelt werden. Also schnappte ich mir seine #ArmageddonXS und drillte den kräftigen Cypriniden. Ordentlich Druck auf der Rute verrieten schnell, dass es sich hier um keinen kleinen „Teich-Guppi“ handeln kann. Kurz nachdem der Schuppmann eingenetzt war, kam Lucas auch schon durchs Gestrüpp angewatschelt. Mit einem Handy-Drillbild hatte ich ihn bereits via WhatsApp auf das Geschehene vorbereitet.
Doch, dass ich Schweinepriester auch noch den Parkteich-Rekord an Lucas´ Rute drillen durfte, damit hatten wir beide nicht gerechnet. Mit 13 1/2 Kilogramm ist es der bis hierhin größte bekannte Fisch aus dem Parkteich.

Lieben Gruß, Fangt se´!
Christian

Hanfsamen aufkochen und lagerfertig abfüllen – ein erster Versuch

Partikelkochen – das habe ich bisher in meiner Anglerkarriere viel zu wenig getan.
Mein guter Kumpel Lucas hat mich bereits mehrfach mit großer Häme ausgelacht, da ich bisher lediglich den teuren ready-to-use Hanf diverser Firmen gekauft habe. Schande über mein Haupt!
Insbesondere in diesem Jahr stelle ich den Bartelträgern im Vergleich zu den Vorjahren exzessiver nach, sodass der vorgekochte Instant-Hanf richtig ins Portmonee geht.
Da ich zumeist zwischen 200 und 400 Gramm große Portionen des Hanfs pro Schleien- oder Barbenansitz benötige, habe ich heute den ersten Versuch unternommen, 2.5 Kilogramm Trockenhanf aufzukochen und lagerfertig abzufüllen.
Bereits im Vorfeld habe ich diverse Gurken- und Barillasoßengläser gesammelt, in denen ich die aufgekochten Hanfsamen abfüllen werde.
Wichtig dabei ist, die Gläser sauber auszuspülen und im Backofen bei etwa 110 Grad für einige Minuten von den vorhandenen Restkeimen zu befreien. Diese sterben nämlich bei etwa 70 Grad ab – soweit die Theorie.
Den Hanf habe ich zunächst mit Cayenne Pfeffer und Hot Paprika Pulver verfeinert und mit reichlich kochendem Wasser übergossen.
Das ganze lies ich 24 Stunden ziehen, bis es schlussendlich zum Aufkochen und Abfüllen kam.
Ich kochte die Hanfsamen 90 Minuten auf. Nach und nach sah man wie ein großer Teil der Hanfkörner aufgeplatzt war, sodass der weiße Inhalt zum Vorschein kam. Genau das wollen wir beim Hanfkochen erreichen.
Lucas gab mir die Anweisung, dass etwa 70-80 Prozent der Hanfsamen aufgeplatzt sein sollten. Dann sei der Hanf optimal aufgekocht für unsere geliebten Cypriniden.
Ob es ganz 70 Prozent bereits waren… ich glaube es nicht, eher fiffty-fiffty. Mal schauen, ob sich noch was tut beim „Nachziehen“ in den Einmachgläsern.

?? Spicey Hemp Cooking ??
2.5 kg Hempseeds
Cayenne Pepper
Hot Paprika

Ebro, Po…? RHEIN!

? Die einen fahren zum Ebro, die anderen fahren zum Po und der Flipper… der Flipper fährt zum Rhein. ?
Manchmal genügt nur eine Nacht für´s unglaubliche Jahreshighlight. Mr. Rüß konnte zusammen mit seinem Kumpel Aldino glatt vier Waller in einer einzigen Nacht fangen.
Davon zwei Rheinmaschinen ?? von sage und schreibe (ACHTUNG!) 230 und 233 Zentimetern! UNGLAUBLICH! Diese Nightsession im Rheinland wird wohl eine der größten Stories des Jahres 2018 verkörpern. Einfach unfassbar!

BARBENKNALLER

Dass Domenic seit 2017 intensiv der Flusskönigin nachstellt, ist in FCN-Kreisen allgemein bekannt.
Gestern zog Domenic trotz des morgendlichen Regens und lediglich wenigen Stunden Angelzeit mit seinen beiden Feederruten zum Rhein los. Nach zwei bisslosen Stunden wurde er für sein Durchhaltevermögen mehr als belohnt – eine 80 cm lange Rheinbarbe schepperte ihm in den Rutenblank der Heavy Feeder und lieferte einen spektakulären Drill am Strom.

Petri Heil zu diesem kapitalen Traumfisch!


Cold Carps

Ja, wer kennt es nicht? Die Angelmessen zum Jahreswechsel sind vorbei und wir Karpfenangler sind heiß darauf, die ersten Fische des Jahres in den Maschen zusehen.
Doch dadurch, dass die Temperaturen momentan drastisch unter Null liegen, ist es für den ein oder anderen extrem schwer Motivation zu finden, um fischen zu fahren.
Statistisch gesehen klettern in der zweiten Märzwoche die Temperaturen schnell über zehn Grad. So war es auch in diesem Jahr vor dem aktuell erneuten Kälteeinbruch. Dieses Temperaturhoch drang mich dazu, angeln zu fahren. Die Gewässerwahl wurde mir auch recht einfach gemacht, da nur der kleinere Teil meines Hausgewässers wenigstens zur Hälfte eisfrei war.
Einen Tag vor der Session fütterte ich lediglich eine geringe Menge an. Eine Dose Mais, gecrushte Tiegernüsse und eine Hand voll gecrushte 14 mm Scoberrys sollten für genug Aufmerksamkeit reichen.
Am Tag darauf baute ich motiviert mein Tackle auf. An beiden Ruten sollten es ein 14 mm Scoberry und ein kleiner Red Hot Bulled Dumbell richten und meinen heißersehnten „Cold-Carp“ auf die Schuppen legen. Die Sonne war schon verschwunden als ich die Ruten vor die Eiskante flitschte und eine Hand voll Pillen auf den Platz verteilt hatte.
Darauf wollte ich gerade die Abhakmatte klar Schiff machen, als die rechte Rute auch schon abfeuerte.
Nach einem kurzen und knackigen Drill schaute ich mit einem fetten Grinsen zu meinen Kollegen, die mich bei dieser Session begleitet hatten, als der kleine Spiegler sicher auf der Matte lag.
Wir schätzten den Fisch auf etwa 8 Kilo.

Nach ein bis zwei Fotos und Versorgen des Karpfens, flog die Rute wieder zurück auf den Spot.
Die restliche Nacht schwiegen die Bissanzeiger und am nächsten Morgen packte ich ein, aber mit dem Hintergedanken gleich die nächste Nacht zu machen.
Gesagt getan. Noch am selben Tag baute ich wieder alles bei schönen 17 Grad am Nachmittag auf und konnte zu meinem Glück feststellen, dass der komplette See über Tag eisfrei geworden ist. Die Köderwahl fiel auf die gleichen wie am Vorabend, nur die Stelle hab ich anders gewählt. Ich angelte nun im tieferen Bereich des Sees in etwa drei Metern Tiefe.
Als Beifutter gab ich jeweils nur zwei Hände voll gecrushter Boilies über die Spots.
Anders als am Tag davor passierte zu meinem Pech leider nichts, was mich jedoch nicht beunruhigte, aber mich immerhin doch zum grübeln anregte.
Die Nacht über tat sich wieder nichts. Die Bissanzeiger schweigten die ganze Nacht über. Aber am darauf folgenden Morgen wurde ich nicht von meinem Handy-Wecker, sondern vom dumpfen Dauerton der Delkims geweckt. Bereits nach den ersten Fluchten war ich mir sicher: das ist kein Guppy am anderen Ende.
Nach einem längeren Drill konnte ich den massiven Spiegler abschöpfen.
Im Kescher schaute ich auf ein breites Kreuz. Jetzt wusste ich, dass es sich hier um einen der größeren Fische des Gewässers handelt. Der dunkle Freund brachte exakt 14 Kilo auf´s Tacho. Ich war extrem glücklich und hatte nach der kurzen Fotosession a**** kalte Hände, denn die Wassertemperatur betrug immer noch nicht mehr als 6 Grad.

Ich hoffe ihr habt euren ersten Fisch im Jahr 2018 auch schon fangen können, falls nicht: bleibt dran, der Frühling naht!
Tight Lines
Robert Laps

Cold-Carps

Karpfenangeln im Winter ist kein Selbstläufer – viele Blanksessions müssen in Kauf genommen werden.
Dass Hartnäckigkeit hin und wieder mit Erfolg gekrönt wird, beweist Nachwuchsangler Robert Laps beeindruckend.
Hier zwei Exemplare seiner „Cold-Carps“ aus 2018.
Wie genau Robert im Winter vorgeht, das beschreibt er in einem kommenden Bericht für den Successful-Baits-Blog.
Petri Heil!