Alle Beiträge von Niepkuhlenhunter Basti

Basti ist ein sehr engagierter Angler, welcher meist vor Ehrgeiz strotzt und sogar noch mitten in der Nacht ein Rig bindet, um den ersehnten Zielfisch überlisten zu können. Auch er hat sich auf keine Angeldisziplin festgefahren und liebt die Flexiblität im Angeln. Sowohl Raubfisch- als auch Friedfischsessions begeistern ihn sehr. Seine Hausgewässer sind die Niepkuhlen und der Nationalpark De Biesbosch in den Niederlanden, welche er sowohl vom Boot als auch vom Land befischt.

TockSick´s all you can catch Weekend

img_20160904_wa0033Nachdem wir Freitag vom Karpfentrip nach Hause gekommen sind, ging es auch schon wieder weiter auf den nächsten Angeltrip. Geplant war ein Ausflug mit dem Boot meiner Eltern in den Biesbosch, welcher auch als Rhein-Maas-Delta bekannt ist. Also haben Matthias und ich uns Freitagnachmittag in unserem Heimathafen in Drimmelen getroffen, um das Boot von meinen Eltern zu übernehmen. Nach kurzem Briefing was noch an Proviant und Vorräten an Bord war, sind meine Eltern abgereist und haben uns das Boot überlassen. Wir packten schnell aus und verstauten unser Tackle an Bord, pumpten das Schlauchboot auf, montierten den 8-PS-Motor und gingen noch schnell einkaufen. Wir statteten noch kurz einem Angelladen in Getruidenberg einen Besuch ab, wo Matthias vom Sortiment mehr als überwältigt war. Der Angelladen von dem ich hier rede ist Fauna Hengelsport und ich zähle ihn wirklich zu meinen Lieblingsläden. Jedes Mal wenn ich meine Eltern besuche oder auf unserem Boot bin, muss ich einfach hier vorbeischauen. Das Sortiment ist wirklich mit das Größte, was ich in einem Angelladen gesehen habe. Hier findet man alles für Fried- und Raubfischangler. Einfach alles was das Herz begehrt. Also holten wir uns jeder noch ein paar Köder, unter anderem zwei Liter Maden und ein paar Dendrobenas, ein paar Boilies und Haken zum Dropshoten denn unser Ziel war kein spezieller Fisch, wir wollten einfach nur angeln und Matthias wollte die Vielfalt in diesem Gebiet kennen lernen. Also luden wir dann am Boot angekommen den letzen Rest aus und machten uns sogleich auf den Weg zu dem von mir angepeilten Spot, mitten im Delta. Auf dem Weg zum Spot war Matthias schon überwältigt und er war schon zufrieden ohne einen Fisch gefangen zu haben. Er sagte „Egal was an diesem Wochenende kommt, es wird auf jeden Fall mega gut“. Am Spot angekommen stellte ich dann leider fest, dass mein Echolot nicht mehr funktionieren wollte, was unseren ersten abendlichen Spintrip dann doch ein wenig im Wege stand. Wir versuchten es trotzdem mit mäßigem Erfolg. Kein Fisch, aber wir stellten fest das wir doch erheblich viel Kraut im Wasser haben. Also fuhren wir zum Boot legten zwei Feederruten raus, weil es schon recht dunkel war und hofften, dass irgendjemand in der Nacht unsere Würmer verschlingt und zu einem Landgang überredet werden kann. Matthias fragte sich schon, ob er nach der langen Friedfisch-Pause überhaupt noch weiß wie sich ein Bissanzeiger anhört. Kaum ausgesprochen ging sein Bissanzeiger auch schon los. Allerdings ohne uns den ersten Fisch zu bringen. Am nächsten Morgen ging es dann früh los. Weil mein Gast Sonntagmittag wieder zuhause sein musste, starteten wir unsere Vertikal-Schlepptour ohne Echolot und ohne Frühstück um 7:30 Uhr.  Der Morgen war relativ bewölkt ich wollte ein paar Spots vom Vorjahr anfahren. Allerdings stellten wir fest das wir in allen Uferzonen die nicht zur Fahrrinne gehörten Kraut bis zur Oberfläche hatten und das teilweise in Tiefen bis zu 2 Metern.  Also fuhren wir einen Spot an, in dessen Umkreis Sven Anfang des Jahres ein Räubertrippel gelang. Wir schleppten den Bereich ab und nachdem wir in einen Seitenarm einbogen fand ein Barsch zügig Gefallen an meinem Savage Gear Lipster im Firetiger Dekor und der erste Fisch des Tages und der Tour war gefangen.

Da wir allmählich hunger bekamen fuhren wir gegen 10:00 Uhr wieder Richtung Basiscamp um erst mal in Ruhe zu frühstücken. Auf dem Weg zu unserem Boot machten wir eine kurze Pause in einem kleinen Nebenarm und versuchten hier mit kleinen Wobblern ein wenig die Barsche oder Hechte zu ärgern. Je natürlicher hier unsere Wobblerdekore waren desto mehr Nachläufer konnten wir verzeichnen, von Barschen und Hechte bis maximal 20 cm allerding wollte sich keiner dazu überreden lassen mal in den Köder zu beißen. Also fuhren wir weiter und schleppten etwas den Nebenarm entlang. Kurz vor Ende des Verbindungskanals konnte ich dann noch einen kleinen 15 cm Barsch überlisten. Er attackierte den Wobbler nachdem ich ihn kurz aus dem Wasser getwitcht habe, direkt nachdem der Wobbler wieder auf der Wasseroberfläche auftraf. Der Barsch hatte keine Chance wieder loszukommen, denn er schnappte nach dem Schwanzdrilling, welcher sich zweimal durch seine Oberlippe und einmal durch die Unterlippe bohrte. Ich befreite ihn und entließ ihn ohne Foto und ohne zu messen in die Freiheit.
Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns nach kurzer Besprechung wieder auf den Weg. Ich hoffte ja noch ein Ufer bzw. eine Kante zu finden, die wir krautfrei abschleppen könnten. Nachdem wir morgens nur die zwei kleinen Barsche gefangen hatten und auch nach dem Frühstück nach etwa 2-3 Stunden keinen weiteren Platz gefunden hatten den wir aussichtsreich abschleppen oder vielleicht abwerfen konnten, fuhren wir weiter um die kleinen Inseln rum und suchten weiter. Wir hatten schon fast aufgegeben da sahen wir am gegenüberliegenden Ufer doch tatsächlich Steinbuhnen. Also beschlossen wir uns die doch mal näher anzuschauen. Die Buhnenkessel waren komplett verkrautet, also fingen wir an der Kante an zu schleppen. Nach drei Runden ohne Fischkontakt fuhren wir dann weiter und zwar in Richtung Tripple-Spot. Ich hoffte jetzt nur, dass ich zwischen den Inseln nicht schon die Orientierung verloren hatte. Zwischendurch fragte Matthias schon, wie denn so ein geschleppter Biss kommt, denn er hatte bis dato keine Schlepperfahrung sammeln können. Sämtliche Hechte oder Zander hat er bis hierhin vom Ufer aus erworfen. Mittlerweile kam auch die Sonne raus und bescherte uns auf dem Wasser in den Uferzonen lustige Farbenspiele, denn die Krautbänke zeichneten sich nun deutlich vom Rest ab und wir überquerten eins dieser Felder, um in einer türkisschimmernden sandigen Flachwasserzone ein paar Würfe zu versuchen.. Nachdem wir auch hier keinen Kontakt hatten, ging es am Ufer weiter. Dort kamen nun ein paar sehr kurze Steinpackungen, maximal zwei bis drei Meter ins Wasser reichend. Aus dem Augenwinkel beobachtete ich wie Matthias immer wieder sein Handy aus der Tasche holte und ich sagte schon er solle aufpassen, dass er nichts verpasst. Keine 5 Minuten später vor einer dieser kurzen Steinpackungen schlug dann endlich der erste größere Fisch ein. Der Fisch stieg zwar nach kurzem Drill aus, aber die Rutenkrümmung sprach eindeutig für sich. Also hieß es umdrehen und das Stück zwei weitere Male abschleppen. Leider gab´s hier nur einen zaghaften weiteren Biss, welcher aber auch nicht in Drill und Fisch umgewandelt werden konnte. Matthias fing schon an: „Ist nicht schlimm, Basti, komm wir konzentrieren uns heute Nacht auf die Feederruten. Ist eh mein erster Trip seit langen, mir reicht die Atmosphäre hier in der Gegend. Ich bin eh schon zufrieden.“  Ich wollte mich allerdings nicht geschlagen geben und überredete ihn noch dieses eine Stück abzuschleppen bis zum Trippel-Spot und dann zum Boot zurück zu fahren. Wir näherten uns also wieder einem Stück mit 3-4 kurzen Steinpackungen. Als wir das Stück schon fast passiert hatten sagte Matthias noch leicht witzelnd: „Pass auf, wenn die Köder gleich in Höhe dieser Ecke sind, die das Feld hier beendet, dann knallt einer rein.“. Und es war wirklich so! Die Köder haben eben diese Ecke passiert, da schrillt die Bremse vom Matthias auf und die Rute ist krumm. Ich dachte ganz kurz es wäre ein Hänger, da fing der Fisch an mehr und mehr Schnur abzuspulen. Ich holte so schnell wie ich konnte meinen Köder rein und konzertierte mich darauf dem Fisch entgegen zu fahren, was gar nicht so einfach war, denn die Bremse kreischte immer noch und es fühlte sich nach einem richtig guten Fisch an, was mir das breite Grinsen auf Matthias Gesicht zeigt. Dadurch, dass wir dem Fisch hinterherfahren konnten, gab er dann nach einem knackigem Drill auch auf und näherte sich der Oberfläche als auch dem Kescherrand. Als der Hecht sich über die Kante schob sahen wir dann, dass es ein wenig Nachdruck brauchte um diese Mutti in das Netz zu hieven. Tief genug war der Kescher, allerdings hätte der Durchmesser etwas größer sein können. Ein beharrlicher Ruck mit dem Netz und die Mutti war unser. Mir wurde sofort klar, dass wir diesen Fisch im Schlauchboot weder sauber vermessen konnten noch schonend abhaken konnten. Also sah ich mich kurz um und fand eine Kuhweide in etwa 15 Metern Entfernung, die uns einen perfekten Untergrund bot um den Fisch zu vermessen, ein paar Fotos zu machen und ihn danach wieder sauber zu releasen. Also schnell mit hochgetrimmten Motor Richtung Ufer und mit Schwung auf die Uferkante. Matthias mit Rute und Fisch im Kescher vorran und ich mit Befestigungsleine vom Boot und Messlatte hinterher, wir wollten ja schießlich nicht das das Schlauchboot abtreibt. Und wir wollten den Fisch ja sorgfältig versorgen ohne Stress und mit ruhigen Händen. Also Haken aus dem Maul und beim Ablegen auf der Messlatte stellten wir fest das der Hecht einen der beiden Drillinge des Wobblers bereits im Kiefer stecken hatte aber ohne, dass der Wobbler daran hing. Den vorderen Drilling dem auch einer der Haken fehlte, haben wir noch aus dem Kiefer entfernt um den Fisch dann zu vermessen. Dieser starke Fisch knackte wie von uns vermutet mit 103 cm ganz knapp den Meter. Damit war unser Soll für diesen Trip erledigt und wir beide auch. Wir schickten die dicke Mutti wieder in die Freiheit, versuchten den Abschnitt nochmal abzufahren und fuhren dann mehr als zufrieden nach einem ganzen Tag Schleppangeln wieder Richtung Boot um den Abend mit ein wenig Stippen und Feedern ausklingen zu lassen.
Am Boot angekommen stellten wir fest, dass der Algenteppich, welcher an unserem Platz an der Oberfläche trieb, glücklicherweise durch den Wind und kleinere Boote mehrere Löcher bekommen hatte, in denen nun sogar Brutfische nach Insekten jagten oder selber von kleineren Barschen oder anderen Brutfischfressern gejagt wurden. Also packte ich die gute alte 4-Meter-Kopfrute aus und gab Matthias eine Pilotkugel für seine Ultra Light Rute. Wir bestückten beide mit 16er Haken und einer Made. Kleine Rapfen und Rotaugen von 5-10 cm bissen im Minutentakt. Die Made war noch nicht ganz versunken, da ging die Pose schon unter. Es waren sogar zwei Rapfen dabei, welche die Made quasi Topwater genommen haben bzw. die Made aus der Luft gepackt haben. Ich hab´ selten so Spaß bei der Kleinfischangelei gehabt wie an diesem Tag. Matthias konnte sogar sein kleinstes jemals gefangenes Rotauge mit knappen 4 cm Länge fangen. Da wir auch ein paar etwas größere Rotaugen erwischen konnten, beschloss ich in der folgenden Nacht eine Rute auf Grund mit Köderfisch auszulegen. Ich bastelte mir noch ein System und warf den Köfi ins feuchte Element. Die anderen hebte ich mit für den nächsten Morgen auf, denn wir wollten es morgens nochmal versuchen, wenn es das Wetter zulassen würde.  Also bestückten wir jeder noch eine Feederrute und hofften das wir nachts von mindestens einem schreienden Bissanzeiger geweckt werden. Da wir quer zur Fahrrinne angelten, senkte ich die Ruten noch ab, sodass wir in Ruhe in die Kojen klettern durften. Nach einer ruhigen ungestörten und bisslosen Nacht, die in einem windigen unfischbaren morgen endete, beschlossen wir dann abzuwettern und sobald wie möglich wieder Richtung Hafen zu fahren. Wir holten also unsere unberührten Würmer aus dem Wasser und ich griff nach der Köfirute, was mich hier erwartete war wirklich unerwartet. Ich holte einen großen Ballen Kraut und Algen mit an die Oberfläche. Als ich in dem Kraut meinen Köderfisch suchte, fand ich nur den Rest meines Stahlvorfachs. Es sah so aus als wurde es durchgeknipst. Also schlossen wir diesen Wochenendtrip ab und begaben uns in den Hafen. Matthias packte sein Tackle, fragte ob man das mal wiederholen könnte und machte sich total begeistert und zufrieden Richtung Heimat auf. Ich blieb alleine zurück, denn abends wollte Lucas, von NovaCarp, kommen und mich bis Mittwoch begleiten, um entweder Karpfen oder dicke Räuber zu fangen. Dazu aber mehr in einem anderen Bericht.

Überraschungtrip

Wir haben mal wieder einen gemeinsamen Angeltrip zu Stande gebracht. Wir, also Sven und ich, waren von Montag, den 29.08, bis Freitag, den 02.09., in Het Plashuis in unserem Nachbarland den Niederlanden. Unser Zielfisch war dieses mal der Karpfen. Also haben wir Zelt, Futter  und das restliche Tackle im Auto und Anhänger verstaut, um uns am Montagmorgen gegen 10 Uhr auf den Weg zu machen. Sven hatte mich bei diesem Trip ein wenig vor gemachten Tatsachen gestellt Wir wollten zwar sowieso zusammen einen Angeltrip machen, aber er rief mich eines abends nach der Arbeit an und sagte mir er habe einen Karpfenangelurlaub gebucht, ob ich denn nun mitkommen würde. Spontanität vom Feinsten! Also blieb mir ja nicht viel übrig, außer: „Ja, natürlich!“ zu sagen. Er hat mir noch eine Internetadresse gegeben, wo ich mir unsere Urlaubsziel anschauen konnte.  Nach kurzem Durchstöbern der Internetseite als auch dem Anschauen von Gewässer-Videos, war ich mehr als begeistert. In den nächsten Wochen wurde erstmal alles nötige bestellt und eingekauft, damit wir den Trip mit genügend Futter für Mensch und Fisch überstehen können. Unser Ziel war nämlich eine kleine Insel, die sich mitten auf dem See befindet. Ein Boot wurde vom Seebetreiber gestellt und gegen einen kleinen Aufpreis auch mit einem E-Motor versehen. Man darf aber durchaus auch seinen eigenen E-Motor mitbringen. Gegen einen geringen Obolus bekommt man die vorhanden Batterien im Austausch für seine Leere, also ist man so weit immer mobil und kann zum Duschen oder, wenn man möchte, zum See-Restaurant fahren.

Wir sind Montagmittag am See angekommen. Nachdem der Betreiber uns eine Coke ausgegeben hatte, fragte er uns noch ob wir nicht den Platz wechseln wollen und anstatt Platz 3, dieser Platz ist vom Betreiber eigentlich für eine Person ausgelegt, Platz 8 nehmen wollen, welcher auch genügend Raum für  zwei Zelte bieten würde. Also gab er uns noch den Platzordner mit Tiefenkarte und den wichtigsten Telefonnummern und Adressen in der Umgebung und entließ uns auf den Platz. Wir begannen unseren Tackle im Boot zu verstauen und uns wurde schnell klar, dass wir auf jeden Fall ein zweites mal fahren mussten. So machten wir uns also mit etwa 80% des Tackles auf die erste Tour zu unserem neuen Domizil, an dem wir bis Freitagmorgen unser Camp aufbauen wollten. Auf dem Weg zu Platz 8, welcher hinten in einer Flachwasserzone des Sees lag, fuhren wir an den anderen Angelplätzen vorbei und bemerkten schnell, dass wir nicht die einzigen Deutschen waren, die hier ihren Urlaub geplant haben. Am Platz angekommen wurde schnell das Boot ausgeladen und das Zelt aufgebaut, damit für die zweite Tackletour wieder genügend Platz vorhanden war. Ich hab noch einmal kurz die Umgebung gescheckt und bin dann zurück zum Auto, um den restlichen Tackle zu holen. Als wir dann nach der zweiten Tour alles an Futter am Platz hatten, mixten wir uns schon mal lustig einen zu Recht. Wir hatten hauptsächlich R&G Boilies Black Diamond und Red Zemper mit. In meiner Tasche befanden sich noch 6 Kilo Robin Red Pellets in 4,8 und 16 mm und ca. 5 Kilo Pellets in Heilbutt und Babycorn. Des Weiteren hatten wir diverse Liquids und Soaks für das Futter dabei sowie einige Dosen Mais. Ich legte einen Futterplatz aus Black Diamond und Robin Red an, ein zweiter Futterplatz bestand aus einem Mix aus beiden R+G Boilies und wurde ein wenig fischiger abgeschmeckt. Am dritten Platz legte ich Svens süße Mischung ab und ließ mich in der ersten Nacht aufs Ungewisse ein. Svens Futter bestand aus den beiden Boilies und unterschiedlichen Dips und Liquids um verschiedene Geschmacksrichtungen zu erreichen einmal süß und einmal fischig. So versuchten wir in der ersten Nacht am unbekannten Gewässer rauszufinden wie die Fische denn so ticken. Wir suchten also unsere Plätze ließen das Futter ein bisschen ziehen und machten dann die Ruten für die Nacht klar und brachte jeder drei Ruten raus. Die erste Nacht blieb auch nicht lange ruhig. Allerdings verloren wir alle fünf Fische in dieser Nacht. Zwei Schlitzen im Drill aus, bei einen riss das Vorfach, ein weiterer hing böse im Seerosenfeld und den letzen verloren wir am Kescherrand. Also legten wir alle Ruten, die auf meinem Futter lagen, in der ersten Nacht mehr als einmal neu. Alle bis auf meine „süße“ Rute. Von „brassigen Besuchern“ blieben wir weitestgehend verschont. Nur mein Pelletplatz und eine von Svens Ruten brachte uns in der ersten Nacht den befürchteten Beifang. Also Resümierten wir am Morgen bei einem ausgiebigen Frühstück über die mehr oder weniger erfolgreiche erste Nacht. Wir legten die Ruten neu, um zu schauen was uns der Tag so bringen wird und begaben uns dann nacheinander in Richtung Dusche.

Weil ich noch ein paar Dinge neben der Körperpflege erledigen musste, verpasste ich leider Svens mittägliche Fänge. Als ich wieder am Platz war, überraschte mich Sven mit einem Foto seiner gefangenen Schleie. Des Weiteren waren noch zwei Brassen zu Besuch, sagte er. Also legte er seine Ruten neu aus und wir warteten gemeinsam ab was noch so kommen möge. Nach einem gemütlichen Abendessen bei untergehender Sonne, mischten wir noch einmal Futter nach und legten die Ruten für die Nacht noch einmal mit frischen Ködern neu aus. In dieser Nacht hatten wir nur einen einzigen flossigen Besucher. Allerdings war es endlich der ersehnte Karpfen, der sich meinen Robin Red Pellet schmecken ließ.

Nach einem knackigen Drill glitt der Schuppi über den Kescherrand und wir waren uns sicher, dass wir doch nicht alles falsch gemacht haben konnten. Der Fisch wurde schnell versorgt und nach ein paar Fotos und kurzem Wiegen auch wieder in die Freiheit entlassen. Hältern der Karpfen in Säcken ist an diesem See untersagt, deshalb gibt es nur ein paar Bilder im Dunklen von diesem Fisch. So ging die zweite Nacht im Vergleich zu Ersten relativ ruhig von statten. Am dritten Tag passierte gar nichts. Wir genossen das Wetter, sahen ein paar DVDs und setzten das Futter für die dritte Nacht an. Und diese Nacht war die Ruhigste. Wir hatten nicht einen einzigen Zupfer, keine Brasse, keine Schleie, kein Karpfen, nichts. Allerdings fingen auch die anderen Angler in dieser Nacht lediglich einen Fisch. Es waren an 5 anderen Plätzen jeweils zwei Angler aktiv auf Karpfen fischen. Also überlegten wir, was in den ersten beiden Nächten Erfolg brachte und setzten das Futter für die letzte Nacht dementsprechend modifiziert an. Ich legte meine Ruten alle auf einem Futter aus Robin Red, Black Diamond und Tintenfischboilies, die wir als Reserve mithatten. Meine Hakenköder bestanden wieder aus einem Robin Red Pellet zwischen einem fluo-roten und pinken Pop-Up Maiskorn, einem Schneemann aus einem Black Diamond mit einem White Chocolate Cocos Boilie mit einem pinken aufpoppenden halben Boiliestopper von AvidCarp und einem „The Source“ – Wafter mit einem Pop-Up Mais sowie einem weißen Kunststoff Boiliestopper. Die ersten beiden Kombinationen wurden von mir in jeder Nacht gefischt nur die Wafter-Kombi kam nur in der letzten Nacht zum Einsatz, was ich im Nachhinein doch etwas bereue. Die letzte Nacht glich an Aktivität der Ersten. Allerding schaften wir es nur einen von vier Karpfen zu einem kurzen Landgang zu überredenDie daumendicken Seerosenstängel bereiteten uns wie zu Beginn unseres Urlaubs große Probleme. Drei Karpfen zogen abermals in ein nahegelegendes Seerosenfeld und schlitzten aus. Es liefen alle Ruten ab, wovon zwei Läufe der Brassenaktivität verschuldet sind. So endete die Nacht zumindest mit nasser Abhakmatte, auch wenn sie nicht sehr zufriedenstellend war. Am nächsten Morgen ging es dann zurück zum Auto. Allerdings mit maximal 20% Schubkraft des E-Motors. Hier machte es sich bezahlt, das wir am Vorabend schon mal alles was für die letzte Nacht nicht gebraucht wurde, in Auto und Anhänger verstaut haben. So mussten wir morgens nur noch das Zelt, Liegen, Ruten, Futter und den E-Motor verstauen und konnten dann den Heimweg antreten.
Zum See kann man eigentlich nur sagen, dass er mehr als einen Besuch wert ist. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen. Der See ist in eine Tief- und eine Flachwasserzone aufgeteilt. Es gibt sowohl Angelplätze von denen aus beide Zonen befischt werden dürfen als auch Plätze von denen nur eine der beiden befischt werden darf. Genaueres findet man in der Gewässerordnung des Sees. Auf der einen Seite geht es bis auf drei Meter Tiefe runter, während es im Flachwasser kaum über einen Meter tief ist. Der ganze See ist relativ trüb, sodass selbst in den Flachwasserzonen der Grund nicht ansatzweise zu erkennen ist. Es gibt genügend Kanten, Seerosenfelder und andere interessante Plätze an denen die Montagen abgelegt werden können. Mit anderen Anglern, welche auf anderen Plätzen parallel fischen, kommt man sich eigentlich nicht in die Quere.  Lange Stangen um die Futterplätze zu markieren oder den Grund sorgfältig abzutasten werden vom Seebetreiber gestellt, müssen aber wieder abgegeben werden wenn man den See verlässt, damit sie nicht irgendwo im See vergessen werden. Stellenweise sind einige der Spots im Vergleich zum Rest des Sees relativ hart und man muss keine Angst haben das die Montage im Schlamm „tot“ daherliegt.
Es gibt ein paar Dinge die ich aus diesem Trip gelernt habe. Erstens gibt es hier Mutanten-Seerosen mit Stängeln die teilweise Daumendick oder dicker sind. Diese bieten den Karpfen wunderschöne Möglichkeiten das Blei bzw. den Haken wieder abzuschütteln. Allerding waren nicht alle Seerosenfelder so, sondern größten Teils die vor denen wir geangelt haben und je näher wir an den Seerosen lagen desto härter wurde der Untergrund. – WORST CASE – Zweitens waren die Inseln auf dem See teilweise von Schilf umwachsen, was einen bis zu einem Meter breiten schwimmenden „Rahmen“ um die Insel ergab unter denen die Fische ihre Runden zogen. Je Näher wir die Ruten an diesen Gürtel gelegt haben desto aktiver waren sie.  Drittens tagsüber ging so wenig bis gar nichts an diesem See, dass ich am dritten und vierten Tag meine Ruten erst nach dem Abendessen wieder neu bestückt und ausgelegt habe. Viertens habe ich gelernt, dass absenken in Tiefen bis zu einem Meter mit geflochtenen Schnüren auch zu Problemen führen kann, obwohl ich in der ersten Nacht keinerlei Probleme hatte, hebte sich nämlich am zweiten Tag bzw. in der Nacht die Schnur immer wieder vom Grund ab, was ich nur durch ein zweites Absenkblei einiger maßen abstellen konnte. Glücklicherweise hatte ich auf den Ersatzspulen überall 0,35 Monofile mit der ich in den folgenden Nächten problemlos  weiterfischen konnte.

Basti’s AngelTrip

  Oder was alles schief gehen kann wenn man alleine unterwegs ist

 

Da Terminmäßig keine Langfristigen Übereinstimmungen zu Stande kamen habe ich mich dieses Jahr mal alleine auf unserem Schiff einquartiert bzw. beschlossen die Rückfahrt von Salzwasser ins Süßwasser zu nutzten ein wenig in Holland zu angeln. Nach dem das Wetter schon sehr wechselhaft begann und ich die ersten Tage im Grevelinger Meer bzw. in Brouvershaven fest hing weil der Wind einfach keine gemütlich überfahrt zuließ wetterten wir also im Hafen ab und warteten. Nach dem sich nun also der Sturm erstmals verzogen hatte, wurde eine gemütliche Erkundungstrip quer durchs Grevelinger Meer gestartet um zu schauen was sich seit meinem letzen längeren Aufenthalt hier alles geändert hat. Davon abgesehen das unsere Seekarten nicht mehr aktuell sind und sich dadurch sämtliche Betonnung geändert hat, war eigentlich alles beim alten. Die Tour haben wir an der Mosselbank, eine Inselgruppe aus zwei Inseln, kurz vor der ersten bzw. letzten Schleuse, quasi genau zwischen Herkingen am Nordufer und Bruinisse am Südufer, ausklingen lassen. Bevor es am nächsten Tag durch die Schleuse bei Bruinisse ging um den weg in den Heimathafen zu beginnen habe ich mich ein wenig im Hafenbecken umgeschaut und hab um mir die Zeit zu vertreiben ein paar Grundeln geangelt. Als Montage hatte ich ganz simpel eine Pilotkugel auf die Schnur gezogen und darunter ein 14er bis 10er Haken mit Vorfach eingeschlauft. Bei den Grundeln war ich erfolgreicher als bei den jungen Heringen und der die in Schwärmen unter den Stegen standen. Da ich als Köder Schnecken benutzt habe und nicht alle Schalenteile entfernt hatte, konnte ich auf Blei verzichten. Als Köder immer gut sind Schnecken und Muschelfleisch, dieses schmeckt allerding auch den Krebsen, auch die oft im Salzwasser verwendeten Wattwürmer oder Seeringelwürmer sollten als Köder so präsentiert werden, das Krabben und Krebse nicht zu leicht an den Köder kommen. Im Grevelinger Meer Tummeln sich je nach Jahreszeit diverse Fischarten unter anderem kann man Hering, Hornhechte und verschiedene Plattfische überlisten, was mir allerding aufgrund des Wetters und meinen eher kurzem Aufenthalt auf dem bzw. am Wasser nicht wirklich gelang.

Als die Heimfahrt nun endgültig begann, schleusten wir durch die bei Bruinisse liegende Schleuse ins Kramer Meer welches durch seine direkte Verbindung zur Nordsee über die Osterschelde einen gezeitenhub von mehreren Metern hat. Durch die Verbindung schleuse ins Volkerak ist das Krammer komplett vom Süßwasser abgeschottet und es wird auch von den Schleusenbetreibern stark darauf geachtet das kein Süßwasser mit einströmt. Hier möchte ich noch kurz anmerken das ihr keine Massenfotos von mir sehen werdet sondern immer nur ein paar Fische der Nacht oder Tag, ich habe zwar im Süßwasser einen Setzkescher genutzt aber ich halte nicht viel von diesen Massenpresentationen. Den Setzkescher nutzte ich nur um die Fotos dann am Morgen danach zu machen zu können da ich Nachts nicht mit Zusatzbeleuchtung arbeiten möchte, was in manchen Bereichen am Wasser sehr unproduktiv sein kann.

Als erster Süßwasser Bereich auf unserer Reise trafen wir nun im Volkerak ein, mit dem Gedanken im Hinterkopf, verdammt ich kann immer noch nicht fischen ging es nun an die Durchquerung des Volkerak, den unsere Heimathafen Drimmelen liegt noch ein ganzen Stück weiter Land inwärts. Die Rute ging entlang des südlichen Ufers, dieser Weg war zwar länger gab aber die Möglichkeit die Steenbergse Vliet einen kleinen Nebenfluss zu erkunden, hier wurde ein Anleger angesteuert, das Schiff wurde fachgerecht vertäut. Glücklicherweise konnte ich die Schleusengänge dazu nutzen die Spinruten und Friedfischruten fertig zu machen. Im Ganzen hat der erste Abschnitt mit den beiden Schleusen bis zum Anleger in der Vliet fünf Stunden gedauert

   

Also Spiner und Kunstköder jeglicher Art eingepackt, einen kleinen 7-Gram Spinner in Neongelb auf die Barschrute gebunden und ab gings. erstmals Ufer in nächster Nähe abspinnen und nach 5 Minuten die erste Barsche gefunden. Nachdem ich einen besseren Fisch verloren hatte wunderte ich mich ein wenig .. ein kleiner Gierschlund hing ja kurz vorher, also begutachtete ich meinen Drilling und muste mit bedauern feststellen, das ich den Gummiverhüterli von einer der Spitzen nicht entfernt hatte .. ob das wohl der Grund war .. aufjeden fall ein grober Schnitzer meinerseits und wie sich später herausstelte nicht der Einzige auf dieser Reise.

Nachdem ich den kleiner Trupp wohl genug geärgert hatte und keine Bisse mehr bekam wollte ich weiter, mit dem Gummiboot und 6 PS ging es nun die Vliet rauf am liebsten hätte ich alle 5 Meter angehalten dieser Fluss bietet so viele Möglichkeiten. Nach einer kurzen Strecke sah ich schon von weitem einen Baum am Ufer…stellte den Motor ab und lies mich durch den Schwung treiben. Ein Wurf und kurz vordem Boot hängt sich eine kleine Kirsche an den diesmal Orangenen Spinner…. dummerweise war die Kamera beschlagen .. was ich erst beim sichten der Bilder bemerkte…

also der nächste Schnitzer an diesem Tag…. Den Fisch released und das nähere Umfeld abgesponnen noch ein paar Barsche alle in der selben größe vor die beschlagenen Linse gehalten und dann weiter .. Strecke machen, 20 Minuten fahrt und  zwei Wurf später mein erster Rapfen er war zwar nur 20 cm aber es war ein weiterer Fisch in unbekannten Gewässern. Aus dem gleichen Seerosen Feld konnte ich noch weitere Rapfen und ein Paar Barsche pflücken, alle Fische nicht größer als 25 cm, aber trotzdem schöne Fische.

und weiter gings es zum nächsten Spot die suche nach dem unbekanten ging weiter, war aber nicht mehr so erfolgreich. Also habe ich am ersten Tag auf der Vliet von der Mündung ins Volkerak bis zur Autobahnbrücke der A4 gefischt und beide Ufer abgearbeitet. Wenn ich etwas mehr Konstanz an den Spots gezeigt hätte, wären mir wahrscheinlich auch noch mehr richtig schöne Fische ans Band gegangen. Allerdings trieben mich der Benzintank und die am Horizont aufziehenden Gewitter Wolken wieder zurück zum Schiff. Ich wollte ja noch schauen was die Nacht bringt und außerdem war ich so überwältigt von diesem neuen Fluss das ich einfach Strecke machen musste, ich war einfach zu neugierig. Also hab ich mich auf den Rückweg begeben, in Schiffsnähe hab ich dann noch ein wenig die Bucht ausgelotet und mich für drei Spots am Rand der Fahrrinne entschieden welche entlang eines Krautgürtels in etwa 90 bis 190 cm tiefe lagen. Die Vliet war erstaunlich flach obwohl tagsüber ein recht hoher Schiffsverkehr herrschte und auch einige Segelboote dabei waren.

Nach dem ich mir eine Köderstrategie für die erste Nacht überlegte setzte ich das Futter an. Hier verwendete ich verschiedene Pellets in 2 mm, Dosenmais, zerkleinerte Boilies(erdbeer,shelfish, krill), ein Grundfutter was ein wenig fischig roch und die Futter die ich aus Deutschland erfolgreich kannte, denn das Grundfutter habe ich unterwegs in Holland gekauft. Fragt mich nicht nach Marken denn die Boilies und das grundfutter habe ich nach Preis und Masse und Geschmack gewählt… also die Packungen die mir am größten und billigsten erschienen wanderten in meinen Einkaufskorb. Hier war dann von Vorteil das ich aus Lager technischen Gründen keine Maden mitgenommen hatte den ich konnte die Futterbomben komplett vorformen um sie nachher direkt am Spot mit den Montagen mit dem Boot auszubringen. Mit Maden hätte ich bestimmt auch noch mehr Fisch am platzt gehabt, aber Maden im Boot und besonders die holländischen Maden, sind keine gute Idee, wie wir auf dem letzen Trip erfahren durften. Ich warf also meine Picker mit einem 30 Futterkorb und einem WurmMais-Köder aus warf einen Futterball hinterher und setzte mich ins Schlauchboot um die zwei anderen Ruten auszubringen. Ich kam gerade zurück in Hörweite der Glocke und hörte sie schon bimmeln, ich dachte „das ging schnell“ keine 10 Minuten bis zur ersten Brasse nicht schlecht für einen „frischen“ unbekannten Spot.

Da es noch hell war und nicht regnete warf ich die Picker wieder rein und bis zum Gewitter folgten auf der Picker in dieser Nacht noch Rotaugen, kleine Alande und noch mehr Brassen die Boilierute und der Pop-Up blieben bis auf ein dezentes klingel am Pop-Up komplett ruhig und fischlos in der ersten Nacht. Leider musste ich meine Angeltätigkeiten bedingt einstellen da das Gewitter was sich nachmittags am Horizont angekündigt hatte bereits um uns herum in vollem Gange war und uns dann ab 23 Uhr auch mit Regen und Wind beglückt hatte. Die Picker blieb zwar im Wasser und ich hielt sie auch im Auge aber bei Wind und Wetter konnte ich keine Glocke hören geschweige denn die Windbewegeung von einem Biss unterscheiden. Also früh raus am nächsten Morgen Picker neu bestückt und weiter gemacht. Tags über hab ich wegen diverser Schauer auf längere Spinnturen verzichtet und mich auf Feedern an einer Rute beschränkt, zwei Bälle Futter ins Wasser, einer kurz, einer weit und ein wenig im Korb kurz hinter dem erster ball platziert und gewartet. Ich angelte also wie am Vorabend mit der Picker Stromab und hatte einen kleinen Haken 12er-14er dran, in der Nacht hatte ich einen größeren 8er-10er für Mais und Würmer benutzt. Am kleinen Haken bietete ich Stücke kleiner Dedros an und es dauerte nicht lange und ich hatte Interessenten am platzt, nur haben diese so spitz gebissen und die Würmer förmlich zerfetzt das ich bis auf einen Aland und einen im Rücken gehakten Brassen nicht viel Erfolg hatte, auch ein wechsel auf größere Haken brachte mir nichts. Ich hatte einen Fehlbiss nach dem anderen, auch ein gefühltes absinken lassen gab keinen Erfolg und selbst der Mais wurde mir vom Haken gepflückt ohne dass ich den Fisch auch nur gesehen hab. Also hab ich frustriert erstmal eingepackt, eine kurze erfolglose Spinnrunde eingelegt und dann noch etwas Schlaf nachgeholt Nachts wollte ich eigentlich wach bleiben.

Danach Ruten und platzt wieder für die Nacht vorbereitet ein paar mehr zerkleinerte Boilies mit ins Wasser geschmissen und gehofft, das ich die Strömung diesmal besser bedacht habe. Es Gelang mir ein Paar Brassen an der Picker zu überlisten die denen vom Vorabend sehr nahe kamen in Größe und Gewicht, in der nahenden dunkelheit sah man uns unsere schiff herum nurnoch Wetterleuchten. Es kam von Norden und innerhalb einer Stunde hatte es uns umrundet und komplett eingekreist. So zog ich mich erstmal ins trockene zurück und hoffte noch das es sich nur um die ausläufer handelte. In dieser Nacht stellte ich dann das angeln komplett ein und holte die Ruten rein denn es war die Nacht 31.8 zum 1.9 und das Gewitter vom Vortag welches den ganzen Tag über den Niederlanden hing und uns auch in den Abend stunden beglückte kam um 3 Uhr morgens mit allermacht auf uns zu und wir mussten Windböen bis Stärke 10 in Böen wahrscheinlich mehr abwettern, da war an angeln und auch an schlafen zeitweise nicht zu denken. Nach dem wir am nächsten Tag geschaut haben wie hart uns der Sturm getroffen hatte haben wir uns dann wieder auf den Weg Richtung Heimat gemacht.

Also ging es wieder raus auf das Volkerak und Richtung Heimathafen über die Dintel. Nach einem kurzes einkaufsstopp in Dinteloord haben wir uns dann weiter Fluss aufwärts die Dintel hoch gewagt. Das Ufer und die überquellenden Feldentwässerungen entlang des Ufers haben gezeigt das im Mündungsbereich der Sturm der letzen Nacht gute Arbeit geleistet hat, ganze Schilfinseln trieben durch den Fluss und das Ufer sah teilweise wie gemäht aus nur waren die Schilfhalme einfach nur abgeknickt und komplett flach gedrückt. Außerdem trieben mir dieverse Tote Fische entgegen so das ich schon fast angst bekam, später stellte sich heraus das die Fische wohl durch eine der Entwesserungspumpen geraten sind. Also durch das schlechte Wetter und den Regen weiter die Dintel/Mark entlang bis zu einem Anleger wo das Schiff wieder für die Nacht vertäut wurde.

Der Anleger befand sich zwischen der Autobahnbrücke der A17 und der Brücke Appelaarsedijk am Außenbereich der Kurve. Hier hab ich wieder 2 Plätze vorbereitet und meine Ruten fertiggemacht. Das Futter war dasselbe wie in auf der Vliet nur das ich diesmal wegen der Strömung etwas mehr an Partikeln verwendet hab. Zusätzlich zu dem im Futter verwendeten habe ich noch diverse Boilies, teilweise zerkleinert, und Pellets in Verbindung mit Mais mit im Wasser versenkt.

Meine Angelplätze lagen Fluss aufwärts zwischen uns und dem nächsten Anlegern. Die Feeder/Picker lag ungefähr auf der Hälfte der Strecke mehr Richtung Fahrrinne und der Boili lag kurz vor dem Anleger 2 Meter vom Ufer weg. Aber auch in dieser Nacht konnte ich nur Brassen und ein paar Güstern an der Feeder und Picker auf Mais und Wurm fangen der Boili blieb unangetastet.. allerding befürchte in im Nachhinein das die lieben Kleinen Kugeln gemütlich über den Grund gespült worden sind, weshalb somit der einsame Boili recht schwer zu finden war. Ich musste irgendwann in der Nacht nämlich meine Futterkörbe etwas schwerer wählen da die Strömung ein wenig stärker wurde und die 40er Körbe nicht mehr ihre Position hielten. Zum Glück hing ein flaches 60gr blei am Boili.. der hat sich nämlich keinen mm bewegt und lag auch am nächsten Morgen noch da wo ich ihn mit dem Boot platziert hatte.

So konnte ich in dieser Nacht knapp 20 Fische haken von denen ich 10 über den Kescherrand ziehen konnte, von den anderen 10 sind mir zwei im Drill ausgestiegen und 8  haben sich durch ungeschicktes Keschern meinerseits wieder die Freiheit erkämpft. Nach einer Fisch reichen Nacht und einer kurzen Fotosession ging es nun weiter mit dem Schiff Richtung Heimat, wir folgten der Mark bis in den Amertak und fuhren weiter über die Bergsche Maas / Amer in den Biesbosch hiermit war unsere Reise erst mal ihrem Ende Nahe… die Frage war jetzt wie gut ich das Wetter noch ausnutzen konnte und ob mein Futter noch für 2 Nächte reichte nachdem ich in der Mark doch einiges verschwendet habe wie mir später klarwurde.

Unser Ziel war eigentlich der Hafen der Stadt Drimmelen hier liegt das Schiff das ganze Jahr über. Diesmal hab ich mich als letzte rast für einen der Nebenarme entschieden. Der Nebenarm endet in einer mit Schilf bewachsenen Bucht die Beidseitig mit Anlegern Ausgestattet ist. Die Anleger sind in Form von Zwei etwa 150 Meter langen Wiesen stücken angelegt Am Rand der Bucht mündet ein schmaler, nur vom Kanu oder kleinem Boot befahrbaren, Kanal der über die Ausgleichbecken in der Region den Wasserhaushalt im Biesbosch regulieren soll und damit auch eine sackgasse ist bzw in einer pumpstation endet.

Hier hatte ich mit so gut wie keiner Strömung zu rechnen … ich nahm also wieder 30-40 Gramm Futterkörbe bereitete die Friedfischruten vor und begab mich erst noch mal auf eine längere Spinntur durch die kleinen unerreichbaren neben Flüsschen .. auf die Jagd nach Hechten Barschen oder was auch immer meine Kunstköder attraktiv genug finden sollte. Nach 6 Stunden und mehreren Fischen konnte ich tagsüber die Marke von 20 cm bei keinem gefangen Fisch brechen.. die Rapfen, Hechte und Barsche waren wieder nur kaum länger als meine Hand mit Fingern also machte ich das Beste aus dem aufziehenden Wetterumschwung.. da die Wolken auch wieder immer dunkler wurden .. es schien als ob sich Petrus mit der Wetterplanung etwas verschätzt hatte .. bestellt war zumindest eine Woche ohne regen und ich habe keine Nacht durchgehend vor der Rute verbracht aufgrund dieverser Gewitter und Stürme .. das wollte ich eigentlich hier nachholen.

Die Bäume bzw. der Wald um uns herum sollte mir eigentlich Wind und Wetter Schutz bieten. Also Futter verteilt und Friedfischruten ausgeworfen und ausgebracht. Zwei Feeder und eine Boilirute, die Feeder waren mit Wurm und Mais bzw. mit zwei Künstlichen Pop-Up Maiskörnern in Pink und Selbstleuchtend bestückt und als Boili hatte ich Erdbeere/Krill die ich die ganze Zeit fischte und die wunderbar zu den verwendeten Pellets passten. Als Futter hatte ich wieder die selbe Mischung aus Grundfutter, Mais, Pellets, zerkleinerten Boilies und diesmal auch eine gute Hand voll Würmer, die ich mit der Schere zerkleinert und mit dem trockenen Futter gemischt habe. Die erste Nacht verlief einigermaßen ruhig, bis das Gewitter angekommen war hatte ich ein paar Brassen und kleine Alande überlistet. Um 2 Uhr nachts zog das Gewitter auf und ich mich zurück in meinen Schlafsack.. an dieser Stelle muss ich ein großes „leider“ anmerken den der Nächste morgen bürgte einige Überraschungen.

Ich wachte mit den ersten Sonnenstrahlen auf und das Vogelgezwitscher trieb mich neben einem sanften klingeln aus dem Schlafsack.. also raus und kontrolliert wer oder was da an der Rute zog. Was ich vorfand verblüfte mich etwas die Picker stand krummer als am Vorabend an die Schiffsreling gelehnt ein Zug an der Schnur verriet mir eine Art „Hänger“, also wand ich mich der nun wieder sanft klingelnden Feeder zu da hier der Kunstmais montiert war hatte ich also die ganze Nacht Köder im Wasser. Nach einem kurzen Drill buckelte eine schöne Brasse vor mir die mir mit Leichtigkeit über den Kescherrand glitt und im Setzkescher bis zum Foto aufbewahrt wurde. Damit war eine von drei Ruten aus dem Wasser, da ich nicht wusste was mich noch erwartete blieb sie auch draußen, vielleicht brauchte ich ja den platzt noch in der Bucht. Als nächstes nahm ich mich der Boilirute an und merke schon beim aufnehmen das die Schnur bzw. das verwendete Backlead nicht mehr so lagen und verliefen wie in der Nacht von mir abgelegt. Ich nahm also Fühlung auf und merke auch hier einen Hänger, dachte schon da hab ich aber was verpasst heute Nacht, nachdem ich ein wenig mehr Spannung aufbaute löste sich der Hänger und ich merke einen kleinen Wiederstand der aber eher an Holz oder einen Stein erinnert hat. Nach ein paar Kurbel Umdrehungen staunte ich nicht schlecht den ein Gewirr aus Schnur, Grünzeug, einem unidentifizierbaren Objekt und noch mehr Schnur baumelte nun vor mir an der Rute also legte ich sie an die Seite und befasste mich mit der noch immer im Wasser liegende Picker.

 

Also ab ins Beiboot, die Rute und den Kescher vom Schiff genommen und sanft Richtung Schnurende abgestoßen damit ich nicht morgens um halb acht den Benzinmotor starten musste. Als ich mich über dem vermeintlichen Hänger befand spürte ich Schläge in Schnur und Rute. Nach sanftem Zug in eine Richtung löste sich mein Gegenüber vom Grund und ich merkte an der ersten Flucht das muss ein Aal sein, diese Fluchten sind einfach zu Charakteristisch, diese ganz spezielle Art von „zappeln“. Also bemühte ich mich ihn sanft aber mit Nachdruck, was allerdings beim Blank der weichen Picker recht schwer war, langsam an die Oberfläche zu bekommen. Es zeigte sich das meine Vermutung korrekt war und vor mir erschien ein dicker Breitkopfaal der durchs Wasser schlängelte und versuchte meinem Boot und dem Kescherrand zu entkomme. Ich nahm noch ein wenig Schnur auf und lies die Rute für mich arbeiten und der aal glitt in meinen Kescher. Also zurück an Land den Aal versorgt und auch ihn kurzfristig im Setzkescher untergebracht um ihn wenig später zu dokumentieren und wieder frei zu lassen. Die erste Nacht bescherte mir also 8 Brassen plus 2 am Abend im hellen, einen schönen Breitkopfaal und ein Schnurgewirr mit einem etwas was ich noch nie gesehen hatte.

Was sich als uralte abgebrochen Rute mit rolle und 80% des Gewirrs entpuppte sich logischer weise als meine angelschnur inklusive Leader, Blei und Haken, 20% waren Wasserpflanzen. Bis auf die Angelschnur, die ja eigentlich auf meine Rolle gehörte, konnte ich alles retten. So konnte ich mich dann erst mal wieder den Räubern widmen und hab die Neumontage auf später verschieben. Der zweite Tag bot mir tagsüber nicht wirklich viel ich hab 3 gute fische verloren und ein paar Schniepel gefangen, diesmal sogar kleiner als am Vortag. Also hab ich das aufziehende Gewitter wieder genutzt um ein wenig Schlaf nachzuholen und die Ruten für die Nacht fertig zu machen. Ich blieb bei der Futterstrategie, brauchte die letzten Pellets und die letzte Dose Mais auf und bereitet vor dem Abendessen die Ruten und die Plätze vor. Ich fütterte wieder am Ende in der Bucht an und legte von da aus zwei weitere Futterplätze in 50-100 Meter Abstand zu einander an, brachte die Montagen aus und setzte mich vor die Ruten um auf die ersten Bisse zu warten. Bis zum essen hatte ich schon zwei schöne Brassen überlistet, die auf Kunstmais bzw. Wurm gebissen haben. Nach dem Essen habe ich bisse erlebt die entweder von den hier rumschwimmenden Kamikaze-Brassen kamen oder von etwas größerem…. ich sah wie sich meine Feeder, die eigentlich in einem ca.80° Winkel stand zu einem schönen halb Kreis bog, zuckte ein paar Mal während die Bremse auf schrillte und erschlafte sofort als ich sie in die Hand nahm wieder und das nicht nur einmal. Irgendetwas fand den leuchtenden und den pinken Kunstmais wohl sehr attraktiv…. Bis auf einige brassen die zwar energisch bissen, aber keine mehr so hart, konnte ich an der Feeder nichts anderes überlisten. Ich blieb also die ganze Nacht im Thermoanzug am Ufer bei meinen Ruten und konnte die mitlerweile kalte aber sehr klare Nacht am Platz sitzend im Mondlicht genießen. In der Nacht bissen quasi alle 20-30 Minuten Fische es waren zwar nur Brassen die ich in den Kescher bekam aber es waren einige. In dieser Nacht sollte ich trotz diverser Ausstiege, die man an einer Hand abzählen konnte, zweistellig werden. Allerding nur an der Feeder und der Picker, die Boilirute blieb heute Nacht komplett still und ich hörte nicht einen einzigen Pieps.

Die von mir erwähnten Kamikaze-Brassen haben einen Biss den hab bis jetzt nirgends erlebt…. anders als normale Brassen scheint es als ob die K-Brasse den Köder wie im Drive-In/By aufnimmt und direkt weiterschwimmt und dass aus vollem Anlauf…. meine Feeder und Picker haben mir in den letzen beiden nächten richtig Spaß gemacht. Nach einer letzen diesmal recht kurzen Fotosession packte ich dann ein und wir fuhren endgültig richtung Heimathafen. Mein Auto stand ja noch in Brouvershaven, also machten mein Vater und ich uns auf den Weg um das Auto zu hohlen während meine Mutter die Küche leerräumte und alles was von Bord musste einpackte. Auch diesmal haben sie uns wieder verabschiedet aber ich konnte sie nicht auf Foto bannen, aber die Zielfische für den nächsten Trip werden sie auf jeden Fall Barben und zwar große Barben. Ich spülte vor der Abreise dann noch kurz meine Kescher mit klarem Wasser und packte mein Auto auch voll und machte mich auf den Heimweg.

Zusammen fassend kann ich nur sagen, dass ich eigentlich zufrieden mit den Fangergebnissen bin. In den 5 Tagen und Nächten habe ich mehr als 60 Brassen über 45 cm gefangen, ein Paar Rotaugen, Alande, Barsche, Aale, Hechte… Ich hätte vielleicht ein wenig mehr Spinnen sollen um noch den ein oder anderen vorzeigbaren Räuber zu fangen. Da muss ich allerding gestehen das mir da mittlerweile die Durchhaltekraft fehlt weil die Raubfischsaison für mich dieses Jahr recht schlecht verlaufen ist und der Knoten einfach nicht platzen wollte in diesem Jahr, deswegen hab ich in der Nacht auf Friedfische konzentriert. Wenigstens haben die mich nicht komplett veräppelt auch wenn in die Fische in der Vliet sehr spitz gebissen haben und mir auch hier einige Pannen passiert sind. Für fehlende Fotos entschuldige ich mich, ich habe immernoch nicht alles durchgeschaut und irgendwo sind noch fotos die ich für diesen bericht gemacht habe.. ich hoffe sie tauchen noch auf. Fotos von den verwendeten Montagen reiche ich die Tage noch nach. Obwohl ich den Biesbosch, die Dintel oder das Grevelinger Meer und andere Gewässer zwar schon seit fast 20 Jahren mit dem Schiff befahre, haben wir früher immer nur sporadisch mit der Stippe geangelt. Und so entdecke ich die mir eigentlich bekannten Gewässer in den letzten Jahren immer wieder mit jedem Trip aufs neue und sie birgen immer noch ungeahnte Schätze für mich. Wir kennen alle Fangbilder aus verschiedensten Regionen aber es ist doch immer etwas anderes die Spots selber zu entdecken. Das eine Krautfeld zu finden, in dem die Mutti sitzt die wir alle suchen oder den einen versunken Baum zu finden, von dem sich das Kirschen pflücken wieder lohnt.

In diesem Sinne, denkt immer an eure Anfänge, immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel, Krumme Ruten egal ob Fried oder Raubfisch und Tight Lines

Bis zum nächsten Mal

 Euer Basti