Blogeintrag: TenchZilla am Niederrhein

Die magische 60-Zentimeter-Marke kann für Großfischjäger, die intensiv den Schleien nachstellen, das große Ziel sein.
An einem der Big-Tench-Gewässer am Niederrhein war ich für einen halben Tag zu Gast.
Berichten zufolge sollen schon Schleien jenseits der 65 Zentimeter gefangen worden sein – Anglerlatein oder Realität?
In einer halbtägigen Gastkartensession werde ich dies wohl eher nicht herausfinden können.
Ein oder zwei Tinca Tinca sollen aber am heutigen Nachmittag bzw. Abend drin sein. Die Größe spielt für mich zunächst nur eine nebensächliche Rolle.
Ein neues Gewässer im Hinblick auf den Zielfisch zu knacken – das ist der anfängliche Reiz, der mich bis in die Haarspitzen motiviert Vollgas zu geben.
Das Angeln mit dem Dura-Method Feeder und einem gelben 12 mm Banane-Ananas Pop-Up sollen es möglich machen.
Ich hatte mein restliches Feederfutter von der letzten Schleiensession aufgetaut. Ein Mix aus Fischmehl und süßem Futter sowie ein wenig scharfem Paprikapulver und toten (eingefrorenen und aufgetauten) Maden kam zum Einsatz.

Mein Kumpel Mario wies mich an seinem Hausgewässer ein und verriet mir die typischen Standorte der Schleie. Sowohl entlang des Ufers als auch auf einer riesigen Sandbank seien nach seinen Aussagen Tincas zu erwarten.
Ich entschied mich für das seitliche Ufer des etwa 6 ha großen Sees und fischte vor überhängenden Bäumen auf etwa 2,50 Metern Tiefe.
Da ich mit meinem ersten Auswurf der Montage noch nicht zufrieden war, holte ich das ganze sofort wieder rein, presste Futter mit dem Förmchen auf den Method Feeder und Wurf erneut. Dieses mal erschien mir alles „tippi-toppi“. Also legte ich die Rute auf den Erdspießen, die ich im Flachwasserbereich des sandigen Ufers aufgestellt habe, ab. Selbiges Tat ich mit meiner zweiten Rute. Ich platzierte sie etwa 15 Meter neben meiner anderen Montage in Ufernähe.

Nach nicht mal 10 Minuten wackelte die Rutenspitze der linken Rute.
Eine schöne 50+ Schleie landete nach einem kurzen Drill in den Maschen des Karpfenkeschers. Geilomat, das ging schnell!

Der Zielfisch wurde sozusagen mit dem „First Cast“ gefangen, wenn man den Fehlwurf außer Acht lässt. Ist das Geil!

Im Folgenden zog sich der Himmel zu. Suboptimal für´s Schleienangeln wie ich finde.
Ich liebe die warmen und sonnenfrohen Tage, wenn ich es auf Tincas abgesehen habe.
Unter diesen Bedingungen habe ich bisher die meisten Schleien überlisten können.
Nun kamen auch noch zig kurzweilige, etwa 10 bis 15 Minuten andauernde Regenschauer dazu.
Nun es nützt ja nichts, weitermachen!

Nun tat sich zunächst nicht mehr viel. In den Folgestunden bekam Mario einen Fehlbiss und der dazugestoßene Thomas verhaute auch drei Bisse auf eine Madenbombe. Die immer wiederkehrenden Regenschauer scheinen das Beißverhalten zu hemmen. Lediglich in den Regenpausen bekamen Thomas und Mario den ein oder anderen Zupfer an ihren Naturködern.
Doch dann plötzlich, in einer Regepause, bewegte sich zum zweiten Mal meine Rutenspitze, darauf erschlaffte die Schnur, BISS!
Abermals war mein Zielfisch im Drill. Der Fisch, der dieses Mal etwas mehr Druck machte, lies sich schnell ins Netz führen.
Im Kescher sah ich sofort, dass ich ein wirklich großes und sehr schlankes Weibchen erwischt habe.
Beim Messen stellte sich heraus, dass diese hübsche Dame sage und schreibe 57 Zentimeter auf dem Buckel hat.
Was für ein Traumfisch!

In der späten Dämmerung bekam ich noch einen kampstärkeren Cypriniden drauf, der im Drill kurz vor dem Kescher ausstieg.
Mario, der mir beim Keschern zur Seite stand, bekam den etwa 16 Pfund schweren Spiegler noch zu Gesicht, bevor er sich in die Tiefen es Sees verabschiedete.
Vermutlich hat der kleine 10er Haken nicht ordentlich gesessen… Das kann wohl mal passieren, wenn man es mit feinem Material und kleinen Haken auf Schleien abgesehen hat.
Während ich den Karpfen am Drillen war, bekam Spolders (Thomas) parallel einen harten Biss auf seine Madenbombe. Ein spektakulärere Drill an der Feederrute begann. Wir vermuteten zunächst einen Karpfen, bis sich nach etwa zehn bis fünfzehn Minütchen ein haiähnliches etwas unter der Wasseroberfläche zeigte.
Krass, ein 125 Zentimeter langer störartiger Flossenträger hat sich die Madenbombe am 0,20er Vorfach eiskalt reingepfiffen. Diese Biester beißen echt auf alles was sie vor die Nase bekommen.
Egal ob Köfi, Wurm, Mais, Maden oder Boilies – die machen vor nichts Halt.

Es war durch und durch ein spannender und erfolgreicher Angelnachmittag.
Da lohnt es sich auch, wenn man mal den Arsch nass kriegt.

Hoffentlich bekomme ich nochmal die Chance an diesem Gewässer zu angeln.
Die Mission 60+ Schleie ist voll im Gange.

Bis dahin, Petri Heil
Euer Kas

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