„Methodenanwendung für Angler“ – eine Taktik für Großschleien

Schleienangeln. Kaum ein Friedfisch fasziniert die Anglergemeinde mehr. Beim Contest um den schönsten Fisch steht sie in der Rangliste der meisten Angler ganz weit vorne. In den Medienberichten hört man regelmäßig von großen Schleien, die als gern gesehener Gast – im Vergleich zu Brassenbeifängen – beim Karpfenangeln erwischt werden.
Doch das richtige „Streckenfangen“ von mehreren Exemplaren? Mal fünf, sechs Schleien gezielt innerhalb weniger Stunden zu erwischen – darüber hört man in der Tat nur selten etwas. Worauf es ankommt bei der Gewässerwahl und welche Methode sich zum gezielten Schleienfang hervorragend eignet – hierüber will ich in diesem Artikel berichten.

Zwischen Ende April und Anfang Juni nahm ich mir vor, mehr über das gezielte Schleienangeln in Erfahrung zu bringen und setzte mich zum Motivation tanken an einen kleinen Privatteich mit einer starken Schleienpopulation.
An diesem Tag fischte ich einen stinknormaler Drahtfutterkorb am Safety-Clip-Rig aus dem Karpfenangelbereich. Als Köder kam eine Kombination aus einem Rotwurm, einem Maiskorn sowie einem pinken Fakemaiskorn am Haarende zum Einsatz.

Ich war recht verwundert, dass die nach Vertüddelung riechende Montag doch recht vertüddelungsarm gefischt werden konnte. Was an jenem Vormittag geschah war unglaublich. Ich fing innerhalb von drei Stunden insgesamt acht Schleien, von denen sechs über 50 Zentimetern lang waren. Dies war mein bisher erfolgreichster Schleienvormittag überhaupt. Ich war weder vorfüttern, noch legte ich großartig einen Futterplatz an. Ich angelte lediglich von Beginn an mit gefüllten Futterkörben und meinem Kombiköder am Haar. Die Schleien waren etwa 30 Minuten nach Angelbeginn am Platz und verweilten dort für längere Zeit trotz der geringe Futtermenge, die eingebracht wurde.
Es war definitiv der geilste Feedertag am Stillwasser für mich. Mit diesen acht bildhübschen Fischen habe ich im Vorfeld in keinster Weise gerechnet. Doch scheint dies ein extrem einfaches Gewässer zu sein, bei dem sich die Schleien auf alles stürzen, was der Angler an Ködern ins Feuchte schmeißt. So berichtete mir auch ein kleiner Junge, dass er zig und ausschließlich Schleien, selbst beim Angeln mit einem einfachen Maiskorn an jenem Teich meines Bekanntem fing. Einen Biss bekam ich analog zur Berichterstattung des Jungen, sofort nach dem Auswurf meiner Motnage beim Ablegen der Rute auf zwei Erdspießrutenhaltern. Die Tincas sind an diesem „Tümpel“ unfassbar gierig. Der Satz: „Die Schleie ist ein zaghafter und vorsichtiger Fisch.“, bekam hier die Allgemeingültigkeit abgesprochen.

Ist das gezielte Schleienangeln wirklich so einfach? Oder ist dies diesem vermeintlich einfachen Gewässer geschuldet? „Meine Montage kann doch nicht die Perfektion des Schleienangelns sein“, dachte ich mir. Ein dickdrähtiger 6er Drennan Specimen Plus Haken an einem 20 lbs Stiff Rig, das ist doch eher was für die Karpfenangelei, oder etwa nicht?
Ich wusste von einem guten Kumpel, dass er gegenwärtig auch intensiv an unterschiedlichen Gewässern den Schleien nachstellt, der Korum-Consultant Tim Janssen. Ich schrieb während meiner lustvollen „Schleienphase“ viel mit ihm über das gezielte „Zeeltvissen“ (niederländisch) via Facebook und WhatsApp, bis wir uns schlussendlich zu einem gemeinsamen Ansitz in den Niederlanden an einem schmalen, schifffahrtlosen Kanal verabredeten. Hier wollte Tim mir das Angeln mittels Method Feeder auf die hübschen Tinca Tincas nahelegen und beibringen
Ich hatte mich bereits eine Woche zuvor an einem Altrheinarm in Kleve mit dem Method Feeder vertraut gemacht. Leider zeigten sich an jenem Nachmittag keine Schleien. Vielleicht auch, weil ich die interessante Dämmerungsphase nicht abgewartet habe und lediglich über den Mittag fischte, wer weiß, wer weiß.
Bei Tim angekommen, suchten wir zunächst seine beliebte Snackbar um die Ecke auf, um eine der berüchtigten Frikandeln und Pommes zu verdrücken, bevor es dann schließlich los zum Kanal ging. So wie Gott will, bestellte Tim uns beiden eine XXL-Frikandel-Spezial – etwa in der Länge einer kapitalen Schleie.
Vollgefressen stampften wir darauf zu unseren PKWs und fuhren rüber zum Kanal.

Bevor wir unsere Schleienangelei starteten, zeigte mir Tim, wo wir unsere insgesamt vier Ruten bestenfalls strategisch verteilen sollten. Dabei redete er mit mir über die fast senkrechte und spezifische Fressweise der Schleien. Sie nehmen den Köder in der Tat in einem sehr steilen 45°-Winkel auf. Deswegen bietet sich das Angeln mit einem kleinen Pop-Up, wo der Haken knapp unter dem Köder aufgerichtet fixiert ist, extrem an.

Die perfekte Methode

Auch erzählte er mir über die typischen Eigenschaften eines Schleindrills: „They getting nervous while playing with it.“, erzählte Tim. Schleien flitzen im Drill gerne mal quer über das Gewässer und schütteln dabei wild ihren Kopf. Dabei können sie sich beim Angeln ohne Widerhaken leicht vom Haken befreien. Der festsitzende Wirbel am Hakenvorfach im Method Feeder, ähnlich wie beim Safety Clip Angeln, befreit sich nicht immer aus der Methdod Feeder, sodass eine wünschenswerte Freilaufmontage während des Drills entstehen kann. Das ist ein großes Problem, da der Method Feeder hierbei als auf der Hauptschnur fixiertes Kontergewicht als Enthakmechanismus wirkt.
Aufgrund dessen hat Korum ein Art „Semi-Bolt-Rig“ mittels Semi-Fix-Beads entwickelt, also einem Hybrid aus einer Festblei und einer Freilaufmontage. Dies ist eine spezielle und essentielle Modifikation der Method Feeder Methode zum gezielten Schleienangeln mittels „barbless Hooks“ (widerhakenfreie Haken).

Mit diesem Tool für das Method-Feedern-Angeln rutscht der Wirbel zusammen mit dem Semi-Fix-Bead mit Garantie nach dem Anbiss aus dem Method Feeder, sodass man die Schleie darauf sicher drillen kann, ohne dass eine akute Ausstiegsgefahr mit einem wiederhakenlosen Haken herrscht.
Am besagten Tag konnten wir mit Tims feinen, drillfreudigen Ruten und dem Semi-Bolt-Rig tatsächlich – bis auf einen Biss – jeden in Fisch und sicheren Drill mit anschließender Landung verwandeln.

Diese Kombination aus einem feinfühligem Angelgerät, einer Semi-Bolt-Montage sowie kleinen, widerhakenlosen Haken schien optimal zu sein. Der kleine 12 mm Ananas-Pop-Up fand jedenfalls so einige Abnehmer. An jenem Tag fanden wir mit dieser Methode das Erfolgsrezept, um mehrere Kanalschleien auszutricksen.
Mir hingegen stieg eine Schleie im Drill aus. Entweder, weil ich eine 2.5 lbs Karpfenrute, die zu hart für diese Angelei ist verwendet habe oder aber, weil ich kein Semi-Bolt-Rig, sondern lediglich eine normale Method Feeder Montage gefischt habe. Vielleicht war es auch dem unglückliche Umstand aus beiden Faktoren geschuldet, wer weiß.
Jedenfalls fährt Tim mit seiner Philosophie über das Schleienangeln recht gut. Seine Fangerfolg sprechen für sich.

Futter und Futterplatz?

Zum Thema Futter und Futterplatz ist zu sagen, dass das Futter eine Mischung aus recht süßem sowie fischigem Futter sein darf. Ein zusätzlicher, geringer Anteil an grobem Futtermaterial wie z.B. Hanf- und Maiskörnern ist ideal, um die Schleien ein wenig länger am Platz zu halten.
Das optische Imitieren des Gewässergrundes hat sich ebenfalls als erfolgreich bewährt. Demnach ist es wichtig in Gewässern mit dunklem Untergrund auch dunkles Futter zu verwenden. In sandigen Gewässern ist ein helles Futter hingegen von Vorteil.
Bei der Kanalangelei wurde an jenem Tag kein Futterplatz angelegt. Derjenige der weiß, wo die Schleienstraße in seinem Gewässer verläuft, der kann mit einzelnen „Method-Feeder-Fallen“, auch ohne große Futteraktionen Schleien auf die Abhakmatte befördern. Schleienstraßen verlaufen oftmals dicht am Ufer, entlang des Schilfrohrs und der Seerosenfelder. Potenzielle Schleienstandorte sind somit schnell ausfindig gemacht.
Ohne einen angelegten Futterplatz ziehen die mehrtierigen Schleientrupps in den Dämmerungsphasen eines Tages hin und wieder in mäßigem Tempo auf dieser Schleienstraße entlang und nehmen dabei Futter auf, sodass sich bei jedem erneuten Auswurf, ein Wurf fünf Meter weiter entlang der Schleienstraße durchaus lohnt und oftmals mehrere Fische ans Band bringt. Tim sagt immer gerne: „Follow the fish, because the fish don´t follow you.“ In einigen Situationen soll er mit dieser Weisheit Recht behalten. So auch an diesem Tag. Mit insgesamt sieben Tincas war es ein absolut erfolgreicher Angelabend.

Auf der Suche nach einem neuen Tinca-Gewässer setzte ich mich am Morgen des Folgetages an meinen Laptop und startete mein klassisches Google-Earth-Spotting in Kombination mit der VISplanner-App (siehe AM HAKEN 6/2017, S. 90 – 93). Bereits nach kurzer Zeit wurde ich fündig und hatte mein neues, bisher unbekanntes „Opfer“ gefunden. Ein abgehendes Gewässer eines großen Flusses sollte es werden. Mittels Google Streetview konnte ich auch zügig zwei typische Merkmale von Schleiengewässern ausfindig machen: Seerosen, check! Röhricht, check!
Das stank bereits förmlich durch den Bildschirm nach Tinca Tinca.
Also Schleientackle ab in die Anglerkarre und auf geht´s.
Am besagten Gewässer angekommen, hatte ich noch Tims Futter vom Vortag übrig. Ein sehr „fischiges“ Futter bestehend aus einem Mix Sonubaits Worm und Sonubaits F1 sowie ein wenig frischer Hanf und Mais sollten es auch heute richten. Das Gewässer schaute auch vor Ort einfach traumhaft aus. Ein Seerosenfeld folgte dem nächsten und auch das ausgedehnte Schilfrohrufer ließen den erhofften Zielfisch vermuten.

Bereits bei meinem Erkundungsrundgang konnte ich kleine, bis etwa zwölf Zentimeter lange Rotfedern entdecken. Auch ein umtriebiger Hecht von gut 50 Zentimetern stand am Ufer auf der Lauer – Fisch war also definitiv vorhanden.
Wenn ich mir die Hauptfischarten ähnlicher Gewässer wie beispielsweise den Niepkuhlen, einem Altrheinarm, anschaue, dann ist das Vorhandensein von Rotfedern und Hechten schon einmal sehr beruhigend und motivierend. Hauptfischarten der Niepkuhlen sind nämlich Rotfedern, Hechte, Schleien, Brassen, Rotaugen, Barsche und Aale. Ganz typische Fischarten für flache, schlammige Gewässer mit Seerosen und Unterwasserpflanzen. Zwei dieser Flossenträger konnte ich bereits ohne geangelt zu haben ausfindig machen. Super!
Doch nun kribbelte es auch in meinen Fingern, die Ruten testweise schwingen zu lassen. Also 12 Milimeter Bananan-Poppie drauf, den Method Feeder ins futtergefüllte Förmchen gepresst und ab geht die Lutzi!

Was in den ersten Folgestunden passierte war extrem ernüchternd. Es tat sich nämlich gar nichts.
„Habe ich mich vielleicht verkalkuliert? Sind hier gar keine Schleien im Gewässer?
Vielleicht doch nur Kleinfisch und ein paar Hechte?“, zweifelte ich nach verstrichenen zwei Stunden ohne Aktion.
Nach weiteren 30 Minuten glaubte ich schon nicht mehr an den erhofften Erkundungsfangerfolg und genoss lediglich das hervorragende Wetter an jenem Tag.
Doch dann, gegen 20:00 Uhr zuckte mein Rutenspitze. „Yes, Biss!“ Doch dann sah ich auf meiner Angelstelle ein „Pillehuhn“ (Blesshuhn) und vermutet, dass sich dieses am gelben Bananenpoppie unbemerkt vergriffen hatte. Ich holte also meine Montage ein, machte die Montage erneut mit Futter startklar und feuerte sie zum selben Spot hinaus.
Keine zehn Minuten später wackelte wieder meine Rutenspitze. Ich schlug an und spürte einen quirligen Fisch im Drill. Nach einigen Sekunden stieg der Fisch am wiederhakenlosen Haken aus. „So ein verdammter Mist!“, dachte ich mir. Aber immerhin schien eines klar zu sein. Dieses Schätzchen hier beherbergt augenscheinlich meinen Stillwasserliebling, die Schleie. „Hätte ich mal nur ein Semi-Bolt-Rig am Start, verdammte Hacke!“, fluchte ich.
Die relativ steife Rute plus der starre Method Feeder haben den Fisch vermutlich entwischen lassen. Tim schien recht zu behalten, dass beim gezielten Schleienangeln mit der Methode, ein Semi-Bolt-Rig essentiell ist, um Aussteiger zu vermeiden. Dann muss ich wohl heute noch einmal auf Haken mit einem kleinen Widerhaken (micro barbed) umsteigen. Zumindest testweise an einer Rute.
Gesagt getan.
Während ich auf der verbliebenden Angelrute mit barbless hooks erneut einen Aussteiger verbuchte, bescherte mir die Rute mit dem neuen Rig, an dem ein micro barbed Haken gebunden wurde, den ersten Fisch des Gewässers – und was für einen!
Eine makellose Schönheit von sage und schreibe 55 Zentimetern begrüßte mich auf der Abhakmatte.

Was ein hammergeiler Fisch! Nach wenigen Erinnerungsfotos durfte die Sahne-Schleie wieder zurück in ihr feuchtes Stübchen.
Ist das geil! Neues Gewässer, unbekannter Fischbestand und dann so ein Fisch – ich bin sprachlos.

In der Folgestunde bekam ich auf einem Spot stetig Fehlbisse bzw. Aussteiger. Es war die Rute mit dem widerhakenlosen Rig. Plötzlich kam ein Fullrun zustande. Der Fisch nahm innerhalb weniger Sekunden mehrere Meter Schnur und sprengte das 0,21er Vorfach. War dies etwa der erste Karpfenkontakt an diesem Gewässer? Ich denke schon. Viel Zeit zum Trauern und Ärgern blieb mir nicht, da eine halbe Minute nach dem Unglück bereits die andere Rute abdampfte.
Eine kampfstarke Tinca schien am anderen Ende zu hängen und in der Tat – dieses Mal konnte ich die Schleie auch aufgrund des „Widerhaken-Rigs“ sicher drillen und einnetzen.
Mit 53 Zentimetern war die Hübsche ebenfalls eine Traum-Tinca. Was eine hammermäßige Einstiegssession am neuen Gewässer!
Ich liebe Erkundungstouren!!!

Insgesamt hatte ich an jenem Abend neun Bisse, die gefühlt allesamt – bis auf den geschilderten Karpfenfullrun inklusive Abriss – von Schleien stammten.
Hätte Tim mit seiner Erfahrung, mit dem Semi-Bolt-Rig und den ultrascharfen 14er barbless Hooks mehr Fische gehakt und fangen können?
Wenn ich mich an die gemeinsame Kanalsession zurückerinnere, wo so gut wie jeder leichte Anfasser in einem Schleinfangfoto endete, dann würde ich mir diese Frage mit: „Ja.“ beantworten.

Und in der Tat. Nachdem ich mir Korums Dura Method Feeder und Semi Fix Beads besorgt habe, konnte ich in den beiden Folgesessions beide vereinzelten Schleienbiss mittels Semi-Bolt-Rig sicher haken und drillen. Mein Schleienrig funktioniert um einiges besser als zuvor, geil!

Ich werde euch gerne berichten, ob es auch weiterhin so gut mit diesem Rig und dieser Methode funktioniert hat.
Ich hoffe die investierte Lesezeit hat sich für euch gelohnt. 🙂

In diesem Sinne wünsche ich euch ein dickes Peeetri
Euer Kasi

Die Methode: Monkeystyle am Rhein

Für meine Barbenangelsessions habe ich bisher einen bis drei Kilogramm Feederfutter sowie einen Liter Maden in Anspruch genommen.
Dass man auch anders gezielt den Barben nachstellen kann, zeigte mir mein guter Angelfreund Tim Janssen.
Die sogenannte Monkeystylemethode, welche von der Barbenanglerlegende Ade Kidell geprägt wurde, bietet eine kostengünstige und interessante Alternative zum konventionellen Barbenfeedern am Rhein an.
Man benötigt hierfür beim Angeln mit zwei Ruten nur etwa 200 Gramm Futter pro Angeltag.
Ein Kombination aus vier Millimeter Cheesy Garlic Halibut Pellets (Sonubaits), kleinen Käsestückchen und Hanfsamen bilden das perfekte Monkey-Futter.
Dieser Futtermix wird extrem hart in den Futterkorb gepresst, sodass nach etwa 30 Minuten des Angelns noch die Hälfte des Futters im Futterkorb verweilt.
Beim Angeln mit der Monkeystylemethode am Hauptstrom des Rheins (ACHTUNG: hier wird nicht innerhalb eines Buhnenfeldes geangelt) werden kontinuierlich Geruchsstoffe flussab geströmt, sodass Barben, die sich in der Nähe aufhalten, zum angebotenen Köder und Monkeyfutterkorb flussauf schwimmen. Wenn man den Futtermix sehr hart in den Korb gepresst hat, brechen erst nach einigen Minuten nach und nach Käse-, Hanf- und Pelletelemente aus dem Futterkorb und treiben flussab in die Richtung des Köders. Die Lockwirkung bleibt dabei problemlos 30-45 Minuten erhalten.
Nach diesem Zeitintervall wird die Montage reingeholt, der Futterkorb erneut befüllt und das ganze wieder auf der „Barbenstraße“ im Strom platziert.
An dem etwa 120 Zentimeter langen und 0,33-0,40er starken Barbenvorfach biete ich einen Käsewürfel mit einer Kantenlängen von ungefähr anderthalb Zentimetern an.
Meine bevorzugten Käsesorten sind ein mittelalter Gouda oder der würzige Old Amsterdam.
Statt des Käses kann man sein Glück natürlich auch mit Frühstücksfleisch oder einem fischigen Boilie versuchen.
Hierbei wird auch der Käse im Futtermix durch den jeweils gewählten Köder ersetzt.

Die großen Friedfische scheinen sich jedenfalls mit dieser Methode überlisten zu lassen. Meine ersten beiden Monkeystyle-Fische waren eine 78 Zentimeter lange Barbe und ein 55 Zentimeter langer Aland – verdammt starke Cypriniden, wenn ihr mich fragt. 🙂

Probiert´s mal aus.
Euer Kas

Saugeiles Sauwetter – die Zettis lieben es

? Da legt man einer frischen Anglerin bei Wind und Wetter die Faulenzermethode nahe und schon zeigt sie einem wo der Haken hängt. Kurz vor Feierabend, in vier Würfen, drei Zander aus dem Strom zaubern – das sieht man auch bei gestandenen Anglern nicht alle Tage.
P.S.: Vielen Dank an den netten Zeck-Mitarbeiter, der an der Ausgestaltung meiner Anglerkarre unaufgefordert mitwirkte.

First ever ‚real‘ chub

Boom. First ever ‚real‘ chub, I’m not talking about the baitfish size I caught before ?

? by Tim Janssen. Thanks for the great shot (and for playing the fish until I slipped down the bank ?)


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Wenn zwei sich helfen, freut sich der Dritte

Am vergangenen Samstag durfte ich meinen holländischen Angelgenossen Tim Janssen zusammen mit Nico Breevaart an der Lippe besuchen.
Die beiden wollten schauen, welche großen Friedfische Appetit auf Maden, Caster und Hanf haben. Und tatsächlich gingen den beiden einige stattliche Cypriniden ans Band.

Während der Großdöbel von 2,4 Kilogramm und 54 Zentimetern versorgt und kurz fotografiert wurde, bekam Tim einen harten Biss auf seiner linken Rute. Reflexartig griff ich zum sich krümmenden Stock und spürte schnell barbentypische Kopfschläge in der Rute. Der Drill an dem feinen Barbengerät innerhalb des schnellströmenden Bereichs der Lippe war wirklich erste Sahne!

Wenn zwei sich helfen, freut sich manchmal der Dritte.
So durfte ich an diesem Tag meinen ersten Lippefisch drillen und zum kurzweiligen Landgang überreden.
Die Färbung der Lippebarben ist wirklich bezaubernd. Seht selbst. 🙂

Petri Heil
Euer Kas

Ebro, Po…? RHEIN!

? Die einen fahren zum Ebro, die anderen fahren zum Po und der Flipper… der Flipper fährt zum Rhein. ?
Manchmal genügt nur eine Nacht für´s unglaubliche Jahreshighlight. Mr. Rüß konnte zusammen mit seinem Kumpel Aldino glatt vier Waller in einer einzigen Nacht fangen.
Davon zwei Rheinmaschinen ?? von sage und schreibe (ACHTUNG!) 230 und 233 Zentimetern! UNGLAUBLICH! Diese Nightsession im Rheinland wird wohl eine der größten Stories des Jahres 2018 verkörpern. Einfach unfassbar!

Tief im Holz

Diese kleinen wilden Schuppis bereiten mir seit ein paar Tagen etwas Kopfzerbrechen. Aufs Futter kommen noch Aktionen – wenn sie auch deutlich abgeflacht sind. Allerdings hing bei mir seit letztem Jahr auch schon der halbe Bestand am Haken. Vielleicht Zeit umzudenken?

Wollte ich machen, und bin ihnen stalkenderweise auf die Schuppen gerückt. Tief im Holz, unter der Rutenspitze, stürzten sie sich nur so auf das Futter – Pellets, Dosenmais, Tigernüsse und neue Boilie-Prototypen wurden nur so verschlungen, ich konnte quasi alle 10 Minuten nachlegen. Aber meint ihr, es fasst auch nur einer den Hakenköder an? Poppies, Partikel, Schneemänner, Sinker, Wafter – sie blieben absolut unberührt. Lediglich eine Schleie hat sich erbarmt.

Ein guter Freund hat mir jetzt seine UW-Kamera geliehen. Den Kollegen werde ich mal kräftig auf den Schlundzahn fühlen 😉 Vielleicht sehe ich so mehr, als mit den bloßen Augen.

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BARBENKNALLER

Dass Domenic seit 2017 intensiv der Flusskönigin nachstellt, ist in FCN-Kreisen allgemein bekannt.
Gestern zog Domenic trotz des morgendlichen Regens und lediglich wenigen Stunden Angelzeit mit seinen beiden Feederruten zum Rhein los. Nach zwei bisslosen Stunden wurde er für sein Durchhaltevermögen mehr als belohnt – eine 80 cm lange Rheinbarbe schepperte ihm in den Rutenblank der Heavy Feeder und lieferte einen spektakulären Drill am Strom.

Petri Heil zu diesem kapitalen Traumfisch!


Cold Carps

Ja, wer kennt es nicht? Die Angelmessen zum Jahreswechsel sind vorbei und wir Karpfenangler sind heiß darauf, die ersten Fische des Jahres in den Maschen zusehen.
Doch dadurch, dass die Temperaturen momentan drastisch unter Null liegen, ist es für den ein oder anderen extrem schwer Motivation zu finden, um fischen zu fahren.
Statistisch gesehen klettern in der zweiten Märzwoche die Temperaturen schnell über zehn Grad. So war es auch in diesem Jahr vor dem aktuell erneuten Kälteeinbruch. Dieses Temperaturhoch drang mich dazu, angeln zu fahren. Die Gewässerwahl wurde mir auch recht einfach gemacht, da nur der kleinere Teil meines Hausgewässers wenigstens zur Hälfte eisfrei war.
Einen Tag vor der Session fütterte ich lediglich eine geringe Menge an. Eine Dose Mais, gecrushte Tiegernüsse und eine Hand voll gecrushte 14 mm Scoberrys sollten für genug Aufmerksamkeit reichen.
Am Tag darauf baute ich motiviert mein Tackle auf. An beiden Ruten sollten es ein 14 mm Scoberry und ein kleiner Red Hot Bulled Dumbell richten und meinen heißersehnten „Cold-Carp“ auf die Schuppen legen. Die Sonne war schon verschwunden als ich die Ruten vor die Eiskante flitschte und eine Hand voll Pillen auf den Platz verteilt hatte.
Darauf wollte ich gerade die Abhakmatte klar Schiff machen, als die rechte Rute auch schon abfeuerte.
Nach einem kurzen und knackigen Drill schaute ich mit einem fetten Grinsen zu meinen Kollegen, die mich bei dieser Session begleitet hatten, als der kleine Spiegler sicher auf der Matte lag.
Wir schätzten den Fisch auf etwa 8 Kilo.

Nach ein bis zwei Fotos und Versorgen des Karpfens, flog die Rute wieder zurück auf den Spot.
Die restliche Nacht schwiegen die Bissanzeiger und am nächsten Morgen packte ich ein, aber mit dem Hintergedanken gleich die nächste Nacht zu machen.
Gesagt getan. Noch am selben Tag baute ich wieder alles bei schönen 17 Grad am Nachmittag auf und konnte zu meinem Glück feststellen, dass der komplette See über Tag eisfrei geworden ist. Die Köderwahl fiel auf die gleichen wie am Vorabend, nur die Stelle hab ich anders gewählt. Ich angelte nun im tieferen Bereich des Sees in etwa drei Metern Tiefe.
Als Beifutter gab ich jeweils nur zwei Hände voll gecrushter Boilies über die Spots.
Anders als am Tag davor passierte zu meinem Pech leider nichts, was mich jedoch nicht beunruhigte, aber mich immerhin doch zum grübeln anregte.
Die Nacht über tat sich wieder nichts. Die Bissanzeiger schweigten die ganze Nacht über. Aber am darauf folgenden Morgen wurde ich nicht von meinem Handy-Wecker, sondern vom dumpfen Dauerton der Delkims geweckt. Bereits nach den ersten Fluchten war ich mir sicher: das ist kein Guppy am anderen Ende.
Nach einem längeren Drill konnte ich den massiven Spiegler abschöpfen.
Im Kescher schaute ich auf ein breites Kreuz. Jetzt wusste ich, dass es sich hier um einen der größeren Fische des Gewässers handelt. Der dunkle Freund brachte exakt 14 Kilo auf´s Tacho. Ich war extrem glücklich und hatte nach der kurzen Fotosession a**** kalte Hände, denn die Wassertemperatur betrug immer noch nicht mehr als 6 Grad.

Ich hoffe ihr habt euren ersten Fisch im Jahr 2018 auch schon fangen können, falls nicht: bleibt dran, der Frühling naht!
Tight Lines
Robert Laps

Cold-Carps

Karpfenangeln im Winter ist kein Selbstläufer – viele Blanksessions müssen in Kauf genommen werden.
Dass Hartnäckigkeit hin und wieder mit Erfolg gekrönt wird, beweist Nachwuchsangler Robert Laps beeindruckend.
Hier zwei Exemplare seiner „Cold-Carps“ aus 2018.
Wie genau Robert im Winter vorgeht, das beschreibt er in einem kommenden Bericht für den Successful-Baits-Blog.
Petri Heil!

A long time ago…

Vor langer Zeit schlenderte ich an den Ufern des brachialen Flusses umher. Zusammen mit meiner Zanderkantrute, einer gefüllten Box bunter Gummifische und etwa drei Dutzend gewichtigen Jigköpfen wollte ich den berüchtigten Stromzandern der niederländischen Waal die Stirn bieten.
Ich erinnere mich nur noch vage an jenen Tag…

Spaß beiseite, so schlimm ist es nun wirklich nicht. Doch in der Tat ist mein letzter Besuch am holländischen Rhein bereits Monate her.
Nicht nur das plagende, massive Hochwasser, das zwei Monate lang uns Uferanglern einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, sondern auch diverse Verbandsarbeiten sowie universitäre Aufgaben, hielten mich von regelmäßigen Rhein-Meetings ab.
Trotz des gegenwärtigen Prüfungsstresses war die Sexyness des aktuellen Rheinpegels ein schlagfertiges Argument, um einen Spontantrip zur Waal mit Domenic zu verabreden.
Um 5.55 Uhr klingelte der Wecker, der mir ungewöhnlich viel Vorfreude und „Aufsteh-Motivation“ um diese doch recht unmenschliche Uhrzeit schenkte.
Endlich ging es wieder: „Auf, auf zum holländischen Rhein!“ Die Sehnsucht nach schnellem, bewegtem Wasser und knackigen Absinkbissen war enorm.
Am Spot in Echtfeld an der Waal angekommen, begrüßten uns ein perfekter Wasserstand, morgendliche Nebelschwaden und nahezu Windstille – optimale Voraussetzungen für die Angelei mittels Faulenzermethode. Man konnte so gerade mit Gummistiefeln bis zur Spitze der gewaltigen Kanaleinfahrt gelangen. Dieser Spot wurde wohl für zig Wochen aufgrund des Hochwassers zumindest nicht vom Ufer aus befischt.
Der geringe Angeldruck in der letzten Zeit versprach uns also eine hohe Bissfrequenz – hoffentlich.

Und in der Tat, der erste Biss lies nicht allzu lange auf sich warten. Ein strammer 60 Zentimeter langer Zander vergriff sich an einem schockfarbenen Actionshad.

Letztendlich konnte ich sechs Bisse in den ersten beiden Stunden verbuchen. Zwei weitere in den nächsten beiden Zeitstunden.
Auch Domenics Ausbeute mit fünf Bissen und drei Zandern konnte sich definitiv sehen lassen.

Drei Zander über 60 Zentimeter. So ein Ergebnis hat man beim Uferangeln an der Waal nicht alle Tage.
Ein super Flusszandereinstand 2018 wie ich finde. So darf es gerne in den kommenden Sessions weitergehen.

In diesem Sinne: Helau, Halt Pohl, Alaaf, Aloha und so weiter…

Euer Kas

Anglerverbände, wer braucht die schon?!

Wo wollen wir hin? Mit „wir“ meine ich natürlich uns, uns Angler. Mit „wohin“, was wir auf der politischen Bühne erreichen und verändern wollen. Die etwa eine Millionen in Vereinen organisierten Angler spiegeln nur einen Drittel aller (Gelegenheits-)Angler der Bundesrepublik wider. Und noch viel weniger engagieren sich aktiv am Geschehen im Sprachrohr zur Politik, den Verbänden. Warum überhaupt? Politikverdrossenheit? Keine Zeit für ehrenamtliches Engagement? Oder ist der Status Quo und die Öffentliche Meinung dermaßen gut, dass es keinem zusätzlichen Engagement bedarf?

Ich meine: Es mangelt an jungen und engagierte Nachwuchskräften, die in den diversen Mitwirkungsbereichen wie der Jugendarbeit, der Öffentlichkeitsarbeit, der verwaltenden Vorstandsarbeit, in der Tätigkeit als Sportwart, aber auch als Referent für Gewässerfragen und Co. in den Verbandsstrukturen aktiv sind. All jene Aktivisten veräußern auf Versammlungen ihren politischen Willen, der darauf im Konsens gebündelt auch Gehör bei den führenden Politikern des Landes findet.
Auf die 80 Jahre zugehende Ehrenamtler warten zum Teil seit einigen Jahren darauf, dass sie von ihrem mit Herzblut ausgeübten Amt durch einen tatkräftigen frischen Wind abgelöst werden. Denken Sie immer dran: Dass Kinder unter 10 Jahren legal auch ohne Jugendfischereischein in Begleitung eines Fischereischeininhabers in NRW auch „mitangeln“ dürfen, verdanken wir nur handlungsfreudigen Verbandsfunktionären, die diesen politischen Willen auf der Landesebene durchbringen konnten. Auch die jüngste Errungenschaft eines Schnupperangelns für Erwachsene ohne Fischereischein, im Rahmen von fischereilichen Veranstaltungen durch Anglerverbände Nordrhein-Westfalens, kommt nicht ohne eine Geltung und Relevanz findende Stimme in der Politik zustande.

Ich bin stolz Teil dessen zu sein. Teil der positiven Bewegung, welche die Rechte des einzelnen Anglers stärkt. Eigenverantwortung und freiheitliche Gewinne für den Angler, dafür kämpfen wir.
Machen Sie mit, setzen Sie sich ein. Kontaktieren Sie einen lokalen Landesfischereiverband und partizipieren Sie an der Artikulation der Interessen der Anglerschaft. Nur durch eine starke politische Beteiligung von AnglerInnen sind die zukünftigen Rahmenbedingungen für unsere große Leidenschaft, dem Angeln, auch weiterhin von rosiger Aussicht.