Überraschungtrip

Wir haben mal wieder einen gemeinsamen Angeltrip zu Stande gebracht. Wir, also Sven und ich, waren von Montag, den 29.08, bis Freitag, den 02.09., in Het Plashuis in unserem Nachbarland den Niederlanden. Unser Zielfisch war dieses mal der Karpfen. Also haben wir Zelt, Futter  und das restliche Tackle im Auto und Anhänger verstaut, umdscf0014 uns am Montagmorgen gegen 10 Uhr auf den Weg zu machen. Sven hatte mich bei diesem Trip ein wenig vor gemachten Tatsachen gestellt Wir wollten zwar sowieso zusammen img_20160916_wa0018einen Angeltrip machen, aber er rief mich eines abends nach der Arbeit an und sagte mir er habe einen Karpfenangelurlaub gebucht, ob ich denn nun mitkommen würde. Spontanität vom Feinsten! Also blieb mir ja nicht viel übrig, außer: „Ja, natürlich!“ zu sagen. Er hat mir noch eine Internetadresse gegeben, wo ich mir unsere Urlaubsziel anschauen konnte.  Nach kurzem Durchstöbern der Internetseite als auch dem Anschauen von Gewässer-Videos, war ich mehr als begeistert. In den nächsten Wochen wurde erstmal alles nötige bestellt und eingekauft, damit wir den Trip mit genügend Futter für Mensch und Fisch überstehen können. Unser Ziel war nämlich eine kleine Insel, die sich mitten auf dem See befindet. Ein Boot wurde vom Seebetreiber gestellt und gegen einen kleinen Aufpreis auch mit einem E-Motor versehen. Man darf aber durchaus auch seinen eigenen E-Motor mitbringen. Gegen einen geringen Obolus bekommt man die vorhanden Batterien im Austausch für seine Leere, also ist man so weit immer mobil und kann zum Duschen oder, wenn man möchte, zum See-Restaurant fahren.

Wir sind Monimg_20160916_wa0023tagmittag am See angekommen. Nachdem der Betreiber uns eine Coke ausgegeben hatte, fragte er uns noch ob wir nicht den Platz wechseln wollen und anstatt Platz 3, dieser Platz ist vom Betreiber eidscf0002gentlich für eine Person ausgelegt, Platz 8 nehmen wollen, welcher auch genügend Raum für  zwei Zelte bieten würde. Also gab er uns noch den Platzordner mit Tiefenkarte und den wichtigsten Telefonnummern und Adressen in der Umgebung und entließ uns auf den Platz. Wir begannen unseren Tackle im Boot zu verstauen und uns wurde schnell klar, dass wir auf jeden Fall ein zweites mal fahren mussten. So machten wir uns also mit etwa 80% des Tackles auf die erste Tour zu unserem neuen Domizil, an dem wir bis Freitagmorgen unser Camp aufbauen wollten. Auf dem Weg zu Platz 8, welcher hinten in einer Flachwasserzone des Sees lag, fuhren wir an den anderen Angelplätzen vorbei und bemerkten schnell, dass wir nicht die einzigen Deutschen waren, die hier ihren Urlaub geplant haben. Am Platz angekommen wurde schnell das Boot ausgeladen und das Zelt aufgebaut, damit für die zweite Tackletour wieder genügend Platz vorhanden war. Ich hab noch einmal kurz die Umgebung gescheckt und bin dann zurück zum Auto, um den restlichen Tackle zu holen. Als wir dann nach der zweiten Tour alles an Futter am Platz hatten, mixten wir uns schon mal lustig einen zu Recht. Wir hatten hauptsächlich R&G Boilies Black Diamond und Red Zemper mit. In meiner Tasche befanden sich noch 6 Kilodscf0015 Robin Red Pellets in 4,8 und 16 mm und ca. 5 Kilo Pellets in Heilbutt und Babycorn. dsc01489Des Weiteren hatten wir diverse Liquids und Soaks für das Futter dabei sowie einige Dosen Mais. Ich legte einen Futterplatz aus Black Diamond und Robin Red an, ein zweiter Futterplatz bestand aus einem Mix aus beiden R+G Boilies und wurde ein wenig fischiger abgeschmeckt. Am dritten Platz legte ich Svens süße Mischung ab und ließ mich in der ersten Nacht aufs Ungewisse ein. Svens Futter bestand aus den beiden Boilies und unterschiedlichen Dips und Liquids um verschiedene Geschmacksrichtungen zu erreichen einmal süß und einmal fischig. So versuchten wir in der ersten Nacht am unbekannten Gewässer rauszufinden wie die Fische denn so ticken. Wir suchten also unsere Plätze ließen das Futter ein bisschen ziehen und machten dann die Ruten für die Nacht klar und brachte jeder drei Ruten raus. Die erste Nacht blieb auch nicht lange ruhig. Allerdings verloren wir alle fünf Fische in dieser Nacht. Zwei Schlitzen im Drill aus, bei einen riss das Vorfach, ein weiterer hing böse im Seerosenfeld und den letzen verloren wir am Kescherrand. Also legten wir alle Ruten, die auf meinem Futter lagen, in der ersten Nacht mehr als einmal neu. Alle bis auf meine „süße“ Rute. Von „brassigen Besuchern“ blieben wir weitestgehend verschont. Nur mein Pelletplatz und eine von Svens Ruten brachte uns in der ersten Nacht den befürchteten Beifang. Also Resümierten wir am Morgen bei einem ausgiebigen Frühstück über die mehr oder weniger erfolgreiche erste Nacht. Wir legten die Ruten neu, um zu schauen was uns der Tag so bringen wird und begaben uns dann nacheinander in Richtung Dusche.

Weil ich noch ein paar Dinge neben der Körperpflege erledigen musste, verpasste ich leider Svens mittägliche Fänge. Als ich wieder am Platz war, überraschte mich Sven mit einem Foto seiner gefangenen Schleie. Des Weiteren waren noch zwei Brassen zu Besuch, sagte er. Also legte er seine Ruten neu aus und wir warteten gemeinsam ab was noch so kommen möge. Nach einem gemütlichen Abendessen bei untergehender Sonne, mischten wir noch einmal Futter nach und legten die Ruten für die Nacht noch einmal mit frischen Ködern neu aus. In dieser Nacht hatten wir nur einen einzigen flossigen Besucher. Allerdings war es endlich der ersehnte Karpfen, der sich meinen Robin Red Pellet schmecken ließ.

Nach einem knackigen Drill glitt der Schuppi über den Kescherrand und wir waren uns sicher, dass wir doch nicht alles falsch gemacht haben konnten. Der Fisch wurde schnell versorgt und nach ein paar Fotos und kurzem Wiegen auch wieder in die Freiheit entlassen. Hältern der Karpfen in Säcken ist an diesem See untersagt, deshalb gibt es nur ein paar Bilder im Dunklen von diesem Fisch. So ging die zweite Nacht im Vergleich zu Ersten relativ ruhig von statten. Am dritten Tag passierte gar nichts. Wir genossen das Wetter, sahen ein paar DVDs und setzten das Futter für die dritte Nacht an. Und diese Nacht war die Ruhigste. Wir hatten nicht einen einzigen Zupfer, keine Brasse, keine Schleie, kein Karpfen, nichts. Allerdings fingen auch die anderen Angler in dieser Nacht lediglich einen Fisch. Es waren an 5 anderen Plätzen jeweils zwei Angler aktiv auf Karpfen fischen. Also überlegten wir, was in den ersten beiden Nächten Erfolg brachte und setzten das Futter für die letzte Nacht dementsprechend modifiziert an. Ich legte meine Ruten alle auf einem Futter aus Robin Red, Black Diamond und Tintenfischboilies, die wir als Reserve mithatten. Meine Hakenköder bestanden wieder aus einem Robin Red Pellet zwischen einem fluo-roten und pinken Pop-Up Maiskorn, einem Schneemann aus einem Black Diamond mit einem White Chocolate Cocos Boilie mit einem pinken aufpoppenden halben Boiliestopper von AvidCarp und einem „The Source“ – Wafter mit einem Pop-Up Mais sowie einem weißen Kunststoff Boiliestopper. Die ersten beiden Kombinationen wurden von mir in jeder Nacht gefischt nur die Wafter-Kombi kam nur in der letzten Nacht zum Einsatz, was ich im Nachhinein doch etwas bereue. Die letzte Nacht glich an Aktivität der Ersten. Allerding schaften wir es nur einen von vier Karpfen zu einem kurzen Landgang zu überredenDie daumendicken Seerosenstängel bereiteten uns wie zu Beginn unseres Urlaubs große Probleme. Drei Karpfen zogen abermals in ein nahegelegendes Seerosenfeld und schlitzten aus. Es liefen alle Ruten ab, wovon zwei Läufe der Brassenaktivität verschuldet sind. So endete die Nacht zumindest mit nasser Abhakmatte, auch wenn sie nicht sehr zufriedenstellend war. Am nächsten Morgen ging es dann zurück zum Auto. Allerdings mit maximal 20% Schubkraft des E-Motors. Hier machte es sich bezahlt, das wir am Vorabend schon mal alles was für die letzte Nacht nicht gebraucht wurde, in Auto und Anhänger verstaut haben. So mussten wir morgens nur noch das Zelt, Liegen, Ruten, Futter und den E-Motor verstauen und konnten dann den Heimweg antreten.
Zum See kann man eigentlich nur sagen, dass er mehr als einen Besuch wert ist. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen. Der See ist in eine Tief- und eine Flachwasserzone aufgeteilt. Es gibt sowohl Angelplätze von denen aus beide Zonen befischt werden dürfen als auch Plätze von denen nur eine der beiden befischt werden darf. Genaueres findet man in der Gewässerordnung des Sees. Auf der einen Seite geht es bis auf drei Meter Tiefe runter, während es im Flachwasser kaum über einen Meter tief ist. Der ganze See ist relativ trüb, sodass selbst in den Flachwasserzonen der Grund nicht ansatzweise zu erkennen ist. Es gibt genügend Kanten, Seerosenfelder und andere interessante Plätze an denen die Montagen abgelegt werden können. Mit anderen Anglern, welche auf anderen Plätzen parallel fischen, kommt man sich eigentlich nicht in die Quere.  Lange Stangen um die Futterplätze zu markieren oder den Grund sorgfältig abzutasten werden vom Seebetreiber gestellt, müssen aber wieder abgegeben werden wenn man den See verlässt, damit sie nicht irgendwo im See vergessen werden. Stellenweise sind einige der Spots im Vergleich zum Rest des Sees relativ hart und man muss keine Angst haben das die Montage im Schlamm „tot“ daherliegt.
Es gibt ein paar Dinge die ich aus diesem Trip gelernt habe. Erstens gibt es hier Mutanten-Seerosen mit Stängeln die teilweise Daumendick oder dicker sind. Diese bieten den Karpfen wunderschöne Möglichkeiten das Blei bzw. den Haken wieder abzuschütteln. Allerding waren nicht alle Seerosenfelder so, sondern größten Teils die vor denen wir geangelt haben und je näher wir an den Seerosen lagen desto härter wurde der Untergrund. – WORST CASE – Zweitens waren die Inseln auf dem See teilweise von Schilf umwachsen, was einen bis zu einem Meter breiten schwimmenden „Rahmen“ um die Insel ergab unter denen die Fische ihre Runden zogen. Je Näher wir die Ruten an diesen Gürtel gelegt haben desto aktiver waren sie.  Drittens tagsüber ging so wenig bis gar nichts an diesem See, dass ich am dritten und vierten Tag meine Ruten erst nach dem Abendessen wieder neu bestückt und ausgelegt habe. Viertens habe ich gelernt, dass absenken in Tiefen bis zu einem Meter mit geflochtenen Schnüren auch zu Problemen führen kann, obwohl ich in der ersten Nacht keinerlei Probleme hatte, hebte sich nämlich am zweiten Tag bzw. in der Nacht die Schnur immer wieder vom Grund ab, was ich nur durch ein zweites Absenkblei einiger maßen abstellen konnte. Glücklicherweise hatte ich auf den Ersatzspulen überall 0,35 Monofile mit der ich in den folgenden Nächten problemlos  weiterfischen konnte.

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