Wechselhaftes Sommerwetter & zähe Tage?

Wenn man Petrijünger nach ihren fängigsten Angelmonaten fragt, bekommt man oftmals eine breite Monats-Palette zu hören.
Während leidenschaftliche Vertikalangler die Wintermonate Januar, Februar und vor allem den März genießen, freuen sich Schleienangler über einen warmen April. Karpfen- und Hechtangler lieben insbesondere den Mai, derweilen warten Zanderspezies in der Schonzeit gespannt auf den 01. Juni, um eine ganz heiße Phase wahrzunehmen.
Der goldene Oktober ist des Weiteren wohl bei fast allen Fischern einer der stark präferierten Angelmonate und auch der November beschert mit einer spätherbstlichen Atmosphäre immer wieder interessante Momentaufnahmen und Beißfenster.

Doch was ist mit den Monaten Juli und August? Neben glücklichen Feeder- und Stippanglern sowie einigen glückseligen Carphuntern sind gerade im Raubfischbereich viele zähe Tage zu vermerken.

Drei Attribute sind in solch zähen Wochen meiner Meinung nach sehr essentiell:
1.) Vertrauen 2.) Motivation und 3.) Richtige Platzwahl

Auch wenn sich der Fisch gerade im Fließwasser in den Sommermonaten sehr verteilt, sind bestimmte Standplätze gerade zu schwierigen Sommerzeiten eindeutig besser als andere. Insbesondere bei Normalwasserstand bzw. Niedrigwasser wird das Faulenzen am doch recht klaren Rhein nicht immer mit unzähligen Bissen belohnt. Die fängigsten Tage sind jene, wo man so gerade eben sicher auf die Buhnenköpfe gelangt. Sprich, ein hoher Pegel, der im angemessenen Rahmen angenehm befischbar ist. An solchen Tagen unbedingt ab ans Wasser! Die durch das Hochwasser mitgerissenen Uferpartikel und Regenfälle sorgen für eine verstärkte Trübung, die unseren „Unterwasservampiren“ sehr gelegen kommt.
Größere Rheinzander halten sich bei Normal- bzw. Niedrigwasser tagsüber lieber im tieferen Hauptstrom auf und vermeiden augenscheinlich klare und flache Buhnen. Bei solchen Bedingungen setze ich auf große Buhnen mit einer starken Kehrströmung. Bestenfalls ist diese mit einem massigen Aufkommen von Dreikantmuscheln versehen, welche für Friedfische als Nahrungsquelle dienen. Hier sind auch jetzt noch gute Fänge möglich.
Normalerweise ist das Streckemachen in den Sommermonaten eine beliebte und erfolgreiche Herangehensweise. Doch hat man eine wie oben beschriebene Buhne ausfindig gemacht, kann auch das mehrstündige beangeln dieser mittels „Ausfischtaktik“ zum Erfolg führen.

Ich fischte in dieser Woche eine wie oben charakterisierte Buhne zwischen 17:30 und 18:30 Uhr bisslos aus.
Da sich hier rein gar nichts tat, beschloss ich zunächst einige Buhnen weiterzugehen, um dort mein Glück zu versuchen. Auch nach etwa 80 Minuten und drei weiteren Buhnen ohne Biss behielt ich meine Motivation und konnte darauf endlich meinen ersten Biss an einer Seeeinfahrt verbuchen. Ich erfreute mich sehr über den erkämpften und gerade maßigen Zander.
Kurz darauf entschied ich mich die verheißungsvolle Buhne, welche ich zu Beginn befischt habe, nochmal bis zur Dunkelheit zu beackern.
An der ursprünglichen Buhne angekommen trank ich einen Schluck Wasser, löste den Köder aus meinem untersten Rutenringsteg und feuerten den Köder in Richtung Strömungskante.
Mittlerweile traditionell griff ich mit meinem rechten Zeigefinger in der ersten Absinkphase nach dem Auswurf in die Schnur, damit ich leicht ertasten kann, wann mein Köder den Grund erreicht hat. Doch dieses mal kam es gar nicht erst soweit. Im unteren Bereich des Mittelwassers schoss sich ein ordentlicher Zander den Gummifisch mit Karacho in den Schlund. „Tick, Trick & TOCK!“ war das Motto. Ich schlug sofort an und spürte schnell, dass an der anderen Seite der Schnur ein etwas besserer Kamerad mit dem Kopf nickte.
Tatsächlich. Die Buhne, an der ich zuvor eine Stunde bisslos geangelt habe, brachte nun nach dem ersten Wurf einen tollen Sommerfisch hervor.
Für den Rhein und für mich ein wirklich stattlicher Kammschupper.

Mit dem richtigen Vertrauen zur Platzwahl, dem Vertrauen zu dem was man macht (Angeltechnik) sowie stetiger Angelmotivation und deren Aufrechterhaltung, auch nach bisslosen Stunden, hat es hier funktioniert.

Da ich dieses Phänomen recht spannend fand, wollte ich es nochmal genau wissen. Ist die Platzwahl wirklich entscheidend? Oder war es einfach nur Glück?
Würde ich hier morgen auch nochmal erfolgreich sein? Ich wollte es wissen.

Trotz Dauerregen am nächsten Tag gab mir mein Kumpel Sven den letzten nötigen Ruck wirklich erneut loszuziehen.
Also Rute plus Rucksack geschnappt und auf, auf zum vortägigen Spot.
An der Erfolgsbuhne angekommen flogen die Gummihappen auch schon gen Strom. Einer dieser brachte bei Sven auch schnell den ersten Fehlbiss. Fisch hielt sich also auch heute in dieser großen Buhne mit Muscheln und der starken Kehrströmung auf.

Was aber letztendlich geschah hatte ich so in der Form noch nicht.
Ich fing das berüchtigte Tripel in dieser einzigen Buhne. In der Reihenfolge Zander, Hecht & Barsch fanden diese drei Arten gefallen an den soften Beutefischimitationen. Einfach unglaublich genial!
Auch wenn es nicht die größten Artgenossen ihrer Spezies waren, makellos-schöne Unterwasserbewohner waren es allemal.
Spitzenmäßig! Auch zu zähen Sommerzeiten ist die Platzwahl demnach der primäre Erfolgsfaktor.

„Denn nur wo Fisch ist, kann auch Fisch gefangen werden.“ – Anglerzitat

Euer Kas

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