Zwischen Eisregen, Sonne, Aspirin und Predatoren! Part One

Die langersehnte NL-Märztour!
Vier Tage mit Rute und Rolle in der Hand, dem Rucksack auf den Schultern und der verstauten Spiegelreflex spannende Gewässer erforschen, erobern und genießen! Welchen leidenschaftlichen Angler lässt dieses Wissen in der Vornacht vor Beginn der Tour ruhigu schlafen? – Wohl keinen.

Bereits im Januar philosophierten David und ich über Taktik und Co., über potenzielle Spots der Tour. Wir durchforsteten den Visplanner und Google Earth nach diversen Spots und augenscheinlich verheißungsvollen befischbaren Gewässern.

Wer einen VISpas für rund 45€ erwirbt, kann mittels VISpas-ID kinderleicht auf www.visplanner.nl oder mittels VISplanner-App ermitteln wo gefischt werden darf und wo nicht. Wie ich finde ein enorm innovatives, geiles und vor allem transparentes System, um Angelverbotszonen ausfindig zu machen.

Nac Tagen der Philosophie, Theorie und Spekulationen kam nun Tag X, der „Dritte-Dritte“ ein Stichtag wie kein anderer für uns erschein auf dem Kalender. Früh klingelte mein Wecker, um den Zug Richung Kleve pünktlich abzufangen. Ab ins Bad, schnell einen Kaffe, ab in die zig Klamotten und Wathose, Rute geschnappt und stragt Richtung Ortsbahnhof.

Am klever Bahnhof angekommen wartete ich keine zehn Minuten und schon schoss Angelkumpel David mit seinem Golf um die Ecke.
Breit grinsend stieg er aus und begrüßte mich freundschaftlich mir großer Vorfreude auf die bevorstehenden gemeinsamen Angeltage.
Den Rucksack sowie die Rute im Kofferraum verstaut ging es auch schon Richtung geplanten Spot #1  der Tür, welcher als Tagesspot bis zum bitteren Abenddämmerungs-Ende ausgefischt werden sollte. Geplant -Getan.
Nach einer guten halben Stunde am Spot war Davids Rute krumm. Wir vermuteten zunächst grössentechnisch einen besseren Fisch. Dieser entpuppte sich leider letzenendes als ein quergehakter kleiner Zander.

Ein schlechtes Ohmen, ein schlechtes Zeichen. Der erste Fisch der Tour quergehakt zeugt von viel Fisch am Platz und wenig Beißlust situationsbedingt. Trotzdem fischten wir hochmotiviert weiter, in der Hoffnung einen beißwilligen Räuber an den Haken zu bekommen.
Schon nach kurzer Zeit hing aus dem Nichts ein schöner Zander am Stinger – GEBISSEN! Jawoll. Da hat einer der Burschen offensichtlich nach dem „TOCKsuchT-Häppchen“ geschnappt, yesss!

Auch wenn wir phasenweise, länger als 60 Minuten, bisslos blieben, war von einem Spotwechsel in keinem Fall ernsthaft die Rede.
Bevor wir die erste bisslose Stunde verzeichnen mussten, bekam David einen tollen Biss, welcher leider nicht in Drill und Fisch verwandelt wurde.

Die nächsten zig Würfe blieben bei beiden erfolglos. Es tat sich rein nicht mehr. David motivierte mich weiter konzentriert zu fischen.
Er war sich sicher eine richige Bissphase abzupassen.

Kaum hatte ich einen der ganz bösen Hänger, welche im Abriss der Montage endeten, saß ich auch schon auf meinen vier Buchstaben und griff Richtung der vorderen Rucksacktasche, wo ich stets meine vorgefertigten Fluorocarbonvorfächer verstaute. Ich schaute kurz nach Davids letzten Auswurf, sah wie die Schnur durch Zeigefinger und Daumen glitt, als ein merkwürdiger „RUCK!“ durch diese ging. David Schlug in kurios ungewohntem Stile an und schrie förmlich: „Hast du das gesehen?!?!“
Ich blieb darauf zunächst kommentarlos baff sitzen und beobachtete das Phänomen.

David: „Wels!…….Oder ´n Hecht…….. oder DER Zander…… Neee ich sag Wels!“

Gespannt darauf, was uns an der Wasseroberfläche begrüßen würde, drillte David spektakulär einen starken Fisch aus.
Wir beide schauten starr und gespannt Sekunden, ja gefühlte mehrere Minuten lang, auf die Wasseroberfläche, bis eine zu identifizierende Schwanzflosse aus dem Wasser ragte. Wir hatten es tatsächlich mit einem Rheinwels zu tun. GEIL!

Nach spekatakulärem Drill durften wir einen 101cm langen Waller vermessen. GENIAL! Welch´ein geiler Fisch am ersten Tag unserer Tour! Geilomat! Wir erfreuten uns ca. eine Stunde in höchstem Maße über diesen Ausnahmefang. Davids erster Rheinwaller und erster Wels generell.
Angelkarrierenpremiere! Wohooo!

Nun war es bisstechnisch einige Zeit ruhig, nachmittags tockte es noch einmal ordentlich in meiner Rute.


Vor Beginn der Abenddämmerung trat tatächlich eine aktive Beissphase ein. David rief schnell: „Fiiisch!“, und landete einen netten Zetti. Keine fünf Minuten später bekamen er und ich fast zeitgleich einen Fehelbiss. Mist! Keiner von beiden blieb kleben.
Zwei Würfe später: „Guuuuter!“ und ich sah Davids Zanderstock in verneigender Position.
Er pumpte den Fisch unter Adrenalin ran. Spannung pur, beider in größter erwartungshaltung was uns da erwarten wird.
Wieder ein Wels? Oder dch ein kapitaler Zander? Nein!
Plötzlich sprang ein mittelstarker Zander quergehakt wie Delphin Flipper aus dem Wasser und schüttelte den Jighaken ab.
David und ich schauten uns parallel kommentarlos an und
Doch David, gekonnt ist gekonnt, lunzte noch ein Glasauge kurz vor Dämemrungsbeginn aus dem Rhein.

Wir fischten noch bis in die nächtliche Dunkelheit hinein. Leider tat sich hierbei rein nichts mehr.
Also entschlossen wir den durchaus gelungenen Start unserer Tour bei mir Zuhause mit einem niederrheinischen Dimix ausklingen zu lassen.
Nach einer letzten Vorbesprechung für die nächsten drei Tage tief in den Niederlanden verabschiedeten wir uns beide rasch ins Land der Träume.

„Düüüt, Düüüüt, Düüüt…“ ertönten um Punkt 6:00 Uhr diverse Wecker . . ,

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